Gelände des Kahlbusch im Oktober 2005Die Umgebung von Dohna bietet, wie "[...] kaum ein zweites Vorkommen cenomaner Ablagerungen eine solche Mannigfaltigkeit petrographischer Ausbildung [...] " (Häntzschel, 1933). Während viele Aufschlüsse nur von relativ kurzer Beständigkeit waren, erhebt sich der "Rhyolithhärtling" bis heute über der Stadt Dohna. Bis 2005 sehr stark verwachsen und verwildert, ist das ausgewiesene Naturdenkmal heute wieder leicht für Jedermann zugänglich. Abb.: Gelände des Kahlbusch im Oktober 2005
Wie die Brandungsklippe "Hoher Stein" in Dresden Plauen, ist auch der ehemalige Steinbruch am Kahlbusch ein Zeugnis der obercenomanen Transgression. In älterer Literatur finden sich auch die Bezeichnungen "Kahlebusch", sowie "Der kahle Busch" (auf einer Karte von 1781) für die Anhöhe direkt bei Dohna. Dort wurde im 19. & 20. Jahrhundert ein Steinbruch betrieben (Foto um 1930). Dabei sind mehrere taschenförmige Vertiefungen im Porphyr/Rhyolith zum Vorschein gekommen.
Steinbruchbetrieb 1930er - Blick Richtung Stadt - Historisches Foto vom Kahlbusch der 1930er - Quelle: www.pictokon.net
Die teilweise 6 Meter tiefen (Beeger & Quellmalz 1994) Taschen enthalten Unmengen von Fossilien der sogenannten "Klippenfazies" - Zeugnisse einer küstennahen Flachwasserfazies. Häntzschel (1933) beschrieb eine "[...] taschenförmige Vertiefung [...]" am "[...] östlichen Hange [...]", die komplett mit Mergeln (mergeligem Pläner) ausgefüllt war. Heute sind in zwei erhaltenen Brandungstaschen die aufgearbeiteten Gerölle gut sichtbar.
Abb. 2: Historisches Foto aus den 1930ern. Es zeigt den Steinbruchbetrieb.
Astrobolia conglobata vom Kahlbusch - Astrobolia conglobata vom Kahlbusch
Häntzschel untersuchte die Taschen 1931 und erwähnt Funde von Astrobolia plauensis (Geinitz), Siphonia geinitziZittel, Craticularia sp. und Chonella sp., sowie Austern, wie sie auch "[...] von allen Fundpunkten der Klippenfazies bekannt [...]"(Exogyra halitoidea, E. sigmoidea) sind.
Abb. 3: Der Schwamm Astrobolia conglobata ist auch in Böhmen bekannt.
Die oberen, mergeligen Bereiche enthalten zahlreichen Schwämme. Die mergeligen Bereiche oberhalb der verbliebenen drei Kolke, sowie die von Häntzschel erwähnte Einsenkung im östlichen Teil des Steinbruches sind nicht zugänglich oder wurden während des Steinbruchbetriebes vernichtet.
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