cenomane Brandungsklippe am Hohen Stein
Karte: Der historische Fundpunkt "Hoher Stein" im südlichen Teil von Dresden, oberhalb des Plauenschen Grundes.
Die Erhaltung des Felsbuckels und des Aussichtsturmes ist mehreren glücklichen Umständen zu verdanken. So ging dieser Teil eines Steinbruches in Privatbesitz über und es wurde eine Gastwirtschaft mit eben diesem Turm errichtet. Doch auch nach der Errichtung suchten Sammler den Felsbuckel auf - der Turm war in Gefahr. Es wurde eingegriffen; seitdem ist das "Pickern verboten". Bis in die 1970er Jahre hinein verfiel der Aufschluss. Seit der Freilegung 1975 steht dieses wichtige Geologische Denkmal Sachsens unter Schutz. Seit der Restaurierung des Turmes im Jahre 2003 ist es wieder möglich den Plauenschen Grund zu überblicken. Der gut sichtbare ehemalige Ratssteinbruch befindet sich auf der anderen Seite, oberhalb des Plauenschen Grundes.
Abb. [2]: In Geinitz, 1872 veröffentlichte Zeichnung der Brandungsklippe, mitsamt Frohbergs' Turm.
Geologie
Der Fundpunkt war in den ersten Jahren seiner Entdeckung ein Gegenstand intensiver Erforschungen. Der ehemalige Direktor des Dresdner Mineralogischen Museums Hanns Bruno Geinitz legte umfangreiche Beschreibungen (1872) und veröffentlichte obige Zeichnung. Dem Monzonit a) - in älterer Literatur auch unter "Syenit" oder "Syenodiorit" geführt - lagern unterschiedlich große, gerundete Konglomerate auf. Denen folgt ein kalkig-mergeliges Sedimentgestein b) (Obercenoman/plenus-Zone), welches sehr reich an zusammengeschwemmten Makro- und Mikrofossilien ist. Im Hangenden folgt der unterturone Pläner.
Die Tasche selbst ist durch die Wirkung der Brandungswellen im küstennahen Flachwasserbereich entstanden. Das Wasser wusch (geol. "auskolken") die bis zu 5 m tiefe und 3 m breite Tasche aus (siehe b). Anschließend erfolgte die Verfüllung mit Sedimenten und eingetragenen Fossilien.
Eine hohe Anzahl an unterschiedlichen Arten, einer Flachwasserfazies ("Klippenfazies") konnte im Verlauf der fast 150-jährigen Geschichte nachgewiesen werden. Der Begriff "Klippenfazies" wurde hier geprägt. Ein exzellentes Museumsstück stellt eine Austern-Gruppe mit dutzenden Exemplaren von Rastellum carinatum (Lamarck) dar. Diese befindet sich heute im Bestand des Museums für Mineralogie und Geologie Dresden (SNSD).
Literatur
Beeger, Dieter; Quellmalz, Werner. 1994.
Sammlung Geologischer Führer Band 87: Dresden und Umgebung.
87 : 1-205.
Geinitz, Hanns B. 1871-1875.
Das Elbthalgebirge in Sachsen von Hanns Bruno Geinitz. 1. Theil: Der untere Quader.
- Palaeontographica Stuttgart 20 : 1-310.
Tröger, Karl-Armin. 1956.
Über die Kreideablagerungen des
Plauenschen Grundes (sediment- petrographische und biostratonomisch -
paläontologische Untersuchungen). - Jahrbuch des Staatlichen Museums
für Mineralogie und Geologie Dresden Dresden 2 : 22-124.






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Antwort #1 am : Fri January 11, 2008, 00:16:47