Hanns Bruno Geinitz (1814 - 1900)
Darunter für die sächsische Kreide sehr wichtige Standardwerke: z.B. Das Elbthalgebirge in Sachsen (1871-75).
Der Sohn eines Baurates wurde am 16. Oktober 1814 in Altenburg (Sachsen) geboren. Mit fünf Geschwistern wuchs er in seiner Geburtsstadt auf und lernte 2 Jahre in einer örtlichen Apotheke. Dort arbeitete Geinitz weitere 2 Jahre, bis er 1834 sein Studium an der TU Berlin begann. Die Vorlesung Geognosie und Petrefaktenkunde hörte er bei F.A. Quenstedt. Sein Abitur holte er während dieser Zeit nach und machte 1836 seine Reifeprüfung am Gymnasium. H.B. Geinitz wendete sich dazu dem Latein und dem Griechischen zu.
Ein Jahr später wechselte er Jena und promovierte zum Dr. phil. mit einer Arbeit über den Thüringer Muschelkalk. In der Zeit bis 1847, als er Inspektor des Königlichen Naturalienkabinettes wurde, arbeitete Geinitz als Lehrer für Naturwissenschaften, Mathematik, Physik und Chemie. Bereits in diesem Zeitraum besuchte er unzählige Male die Kreide in und der Umgebung von Dresden.
Forschung & Arbeit am Museum in Dresden ab 1847
Als Inspektor des Königlichen Naturalienkabinetts - der "Vorgängereinrichtung" des Königlichen mineralogischen Museums - begann Geinitz mit der Katalogisierung der bis dahin vernachlässigten paläontologischen Sammlung. Dem Zwingerbrand im Mai 1849 fiel ein Großteil eben dieser Abteilung zum Opfer.
Danach baute er die verlorengegangene paläontologische Sammlung neu auf, füllte die Bibliothek mit Schriften und pflegte gute Kontakte zu namhaften Geologen und Paläontologen der damaligen Zeit (Cotta, Barrande, Reuss, Quenstedt, Corda). Der sächsische Teil der Sammlung wurde unter seiner Leitung gesondert geführt.
Auch die Ausweitung auf weitere Ausstellungsflächen im Zwinger geschah unter seiner Führung. Durch ihn wurde die Institution zu einer der "[...] renomiertesten Sammlungen Europas ausgebaut." (Hebig, 2000. S. 12)
H.B. Geinitz liegt auf dem alten Annenfriedhof in Dresden-Südvorstadt begraben.
rechts: Foto von de.wikipedia.org (CC-Lizenz)
Zum 100. Todestag fand am 28. & 29. Januar 2000 das Internationale Hanns-Bruno-Geinitz-Symposium in Dresden statt. Die Geologica Saxonica, eine Abhandlung des Museums für Mineralogie und Geologie Dresden, bündelt im Band 46/47 alle Beiträge dieses Treffens.
H.B. Geinitz und die obere Kreide
K.A. Tröger hat in seinem Beitrag zum Symposium die Bedeutung von Hanns Bruno Geinitz für die (heutige) Oberkreideforschung erläutert.
1. Geinitz hat als Erster eine monographische Bearbeitung der sächsischen Kreidefaunen vorgenommen (Charakeristik der Schichten und Petrefacten, Elbthalgebirge).
2. Er unterteilte die Oberkreide in Insel- & Festlandsnahe Bereiche mit 5 lithostratigrafischen Abschnitten. Außerdem stelle er Vergleiche von Profilen der Kreide zwischen Aachen und Opole (Polen) her.
3. Vergleich mit der französischen Gliederung der Oberkreide (nach A. d'Orbigny) mit der des Elbtales in heute internationale Gliederungen: Cenoman, Turon (Senon).
Literatur & Quellen:
Literatur von und über H.B. Geinitz ist unter http://www.kreidefossilien.de/literatur/bibliographie aufgelistet.
- SNSD. Museum für Mineralogie und Geologie. International Hanns Bruno Geinitz Symposium. 2000. Geologica Saxonica. Abhandlungen des Museums für Mineralogie und Geologie Dresden. Band 46/47. 240 Seiten. Dresden.
- Geinitz, Franz Eugen. 1900. Hanns Bruno Geinitz, ein Lebensbild aus dem 19. Jahrhundert. 53 Seiten. Halle.





