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Georeferenzierung leicht gemacht: Die digitalisierten geologischen Karten

tags: crowdsourcing, deutschefotothek, geologische karten, gis, slub
Die Geologische Karte von Deutschland von 1843 als georeferenzierte Datei
Die Geologische Karte von Deutschland von 1843 als georeferenzierte Datei
Bereits vor einiger Zeit habe ich am Rande auf die Seite georeferencer.org aufmerksam gemacht. Das Projekt erlaubt es Rasterdaten mit Geodaten zu versehen, um diese danach etwa in Google Earth zu nutzen. Zusammen mit der aktuellen Topographie/Straßenführung ein durchaus nützliches Hilfsmittel - etwa im Hinblick auf die Planung der nächsten Exkursion anhand alter geologischer Karten.

An sich ist das nichts Besonderes - es gibt zahlreiche weitere vergleichbare Webapplikationen  - von den klassischen Desktopanwendungen muss man gar nicht sprechen.

Mithilfe von georeferencer.org können aber auch Karten bearbeitet werden, die hinter Zoomify-Anwendungen (Flashanwendung) "versteckt" werden. Die SLUB bietet in der deutschen Fotothek ihre Digitalisate auf diese Weise an. Über die Zoomify-Anwendungen werden die Bilder (die vorher in viele kleine quadratische "Tiles" zerschnitten wurden) wieder zusammengesetzt. Der Betrachter merkt davon nichts, außer dass die Flashanwendung an sich nicht sehr benutzerfreundlich ist. Der Download der hochaufgelösten Bilder ist normalerweise nicht vorgesehen - aber natürlich möglich. Das ist mit einem gewissen Aufwand verbunden, soll aber hier nicht das Thema sein (Anleitungen dazu auf WikiCommons).
Bei gemeinfreien Vorlagen zu den Digitalisaten ist so ein Versteckspiel meiner Meinung nach eine Frechheit - aber auch das ist eine andere "Baustelle" und soll den Beitrag hier nicht unnötig aufblähen.

Die Webanwendung auf georeferencer.org ist intuitiv. Nach der kostenlosen Registrierung entweder das Video ansehen oder die Anleitung lesen. Um zu beginnen, benötigt man eine Rasterdatei (muss online verfügbar sein) oder einen passenden Link zu einer Seite mit besagter Zoomify-Anwendung (s.u.).

Georeferenzierung online in wenigen SchrittenIn unserem Beispiel der Link zur digitalisierten Geologischen Karte von Sachsen (GK25, Sektion Dresden von 1934) in der deutschen Fotothek:

http://www.deutschefotothek.de/db/apsisa.dll/ete?action=query/1&index=freitext&desc=df_dk_0004657 (den Link kopieren)

Also Registrieren und anmelden. Danach auf der Startseite obige URL einfügen und den Button "Georeference" benutzen. Mit einem Klick auf "Improve the Georeference" öffnet sich das Originalbild sowie eine Referenzkarte. Es sind mindesten 3 Referenzpunkte anzugeben. Die Genauigkeit des Ergebnisses lässt sich mit zunehmender Zahl der eingetragenen Referenzpunkte steigern. Meiner Erfahrung nach wird bereits bei 6-9 Referenzpunkten eine ausreichend hohe Genauigkeit erreicht. Mit kleiner werdendem Maßstab muss natürlich genauer gearbeitet werden.Je nach Alter der Karte wird es natürlich auch schwieriger, überhaupt geeignete Punkte zu finden. Historische Gebäude, Bahntrassen, Brücken oder ausreichend "alte" Straßen bieten sich in diesem Fall durchaus an. Die Geologische Spezialkarten von Sachsen wurden im Zeitraum zwischen 1872 und 1939 erstellt. Für unseren Zweck ist diese Strategie also mehr als ausreichend.

Mit einem Klick auf "SAVE & EXIT" werden die Daten (World-File und KML) erzeugt. Die erzeugte KML-Datei kann nun in ein GIS-Programm, wie QGIS, ArcGIS oder Google Earth geladen werden. Die Abbildung wird dort mit der erzeugten "Maske" ausgeliefert. Die Tiles (also die 256x256 großen Ausschnitte) werden nach wie vor vom Ursprungsserver (hier von deutschefotothek.de) heruntergeladen.

Hier ein Biespielergebnis (Geologische Karte aus einer Zoomify-Anwendung):

http://kml.georeferencer.org/map/3CnusaEVCrLeMaHWk5OLt8/201302161356-GFrLwMl.kmz

Der Link zu erzeugten KML/KMZ kann ohne Login genutzt werden - ist also öffentlich. KML/KMZ Dateien werden von den gängigen GIS-Applikationen unterstützt. Selbst über Google Maps kann so die georeferenzierte Karte betrachtet werden (Größenbeschränkung bei GoogleMaps beachten).

Listen mit Links der digitalisierten geologischen Karten (Kopieren und auf georeferencer.org einfügen) finden Sie hier:

Es ist wohl sinnvoll an geeigneter Stelle die Links zu den georeferenzierten Daten zu sammeln, um nicht unnötig Redundanzen zu schaffen. Eine einmal georeferenzierte Karte muss nicht ein zweites Mal von Jemand anders erstellt werden. Das Projekt ermöglicht die Bearbeitung bereits vorhandener Referenzpunkte "fremder" Karten . Allerdings ist die Präsentation der Ergebnisse auf georeferencer.org (noch) nicht sehr ausgereift.

Viel Spaß

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