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Hans Prescher (*1926 in Strehla; †1996 in Dresden)

tags: prescher, biographie
Hans Prescher war langjähriger Direktor (1972 bis 1988) des Staatlichen Museum für Mineralogie und Geologie zu Dresden (heute Teil der SNSD). Walter, H. (2001) betonte dessen Bedeutung für die Rotliegend-, Kreide- und Tertiärforschung in Sachsen. Unter seiner Leitung wurde die Kustodie Paläobotanik geschaffen und die Forschungsgebiete Mineralogie, Petrografie und Paläontologie in ihrer Entwicklung vorangetrieben. "Ein großer Verdienst von Hans Prescher waren seine Bemühungen um die litho- und biostratigraphische Gliederung der sächsischen Kreide" (Walter, 2001).

Zum Gedenken an Dr. Dr. Hans Prescher erschien 1998 in Abhandlungen des Staatlichen Museums für Mineralogie Dresden ein Gedenkband. 2 Jahre nach seinem Tod am 29. September 1996 würdigten zahlreiche Kollegen in einem Ehrenband den Geowissenschaftler Prescher, seine Arbeit und Persönlichkeit.

In Strehla, an der Elbe, am 8. Mai 1926 geboren, genoß er später in Dresden eine "humanistische Bildung und Erziehung". Als Junge des Jahrganges 1926 wurde H. Prescher 1943 zum Flakhelfer einberufen und erlebte die Zerstörung des Elternhauses und Dresdens am 13./14. Februar.

1946 bis 1950 studierte er Geologie an der Bergakademie Freiberg, wobei er "ein Semester an der Universität Greifswald verweilte". Sein Studium schloß er mit einer Diplomarbeit über "Die Ablagerungen der Kreide in der Umgebung von Niederschöna bei Freiberg" [Niederschöna ist heute Teil der Gemeinde Hetzdorf]. Seine Dissertation erfolgte 1954 über "Die Niederschönaer Stufe in der sächsischen Kreide".

K.-A. Tröger (1998) faßte die 56 Publikationen Preschers zur Oberkreide in 14 verschiedene Themengebiete zusammen. Besonders seine stratigrafischen Arbeiten sind von Bedeutung. Durch ihn wurde die Gliederung der Sächsisch-böhmischen Kreide beleuchtet, als auch Unklarheiten in Zonen-Bezeichnungen geklärt. Rein paläontologische Arbeiten veröffentlichte er jedoch nur wenige.

Hans Prescher war mehr Geologe, als Paläontologe - verstand aber die Paläontologie für seine Arbeiten zu nutzen. Außerdem war er mit "Leib und Seele Wissenschaftshistoriker (Veröfentlichungen zu Agricola) und Museologe".

Vor allem war er ein sehr erfolgreicher "Wissenschaftsorganisator" (Walther, 2001) in Zeiten politisierter Wissenschaften.

Quellen:

  1. Walther, H. 2001.
    Dr. sc. nat. Dr. phil. h. c. Hans Prescher (08. 05. 1926 - 29.09. 1996 zum 75. Geburtstag. Museum für Naturkunde. Chemnitz. [pdf]
  2. Abh. Staatl. Mus. Mineral. Geol. Dresden. 1998. Hans-Prescher-Gedenkband. Abh. Staatl. Mus. Mineral. Geol. Dresden. Band 43/44. Dresden.
  3. Tröger, K.-A. 1998.
    H. Prescher und seine Bedeutung für die Kreideforschung in Sachsen. 13-18. Hans-Prescher-Gedenkband. Abh. Staatl. Mus. Mineral. Geol. Dresden. Band 43/44. Dresden.

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