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Hermann Credner (1841-1913)

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Hermann Credner, (* 1. Oktober 1841 in Gotha; † 21. Juli 1913 in Leipzig)
Hermann Credner, (* 1. Oktober 1841 in Gotha; † 21. Juli 1913 in Leipzig)
Carl Hermann Credner (* 1. Oktober 1841 in Gotha; † 21. Juli 1913 in Leipzig) war Geowissenschaftler an der Universität Leipzig.

Hermann Credner wurde am 1. Juli 1841 in Gotha geboren. Sein Vater war der gothaische Regierungsassesor und spätere Bergrat Heinrich Credner. Einer seiner drei Brüder war der bekannte Geograph Rudolf Credner (Professor in Greifswald). Hermann Credner studierte zunächst ab 1860 an der Bergakademie Clausthal, später in Breslau. 1864 promovierte er mit der Dissertation "Die Pteroceras-Schichten (Apporrhais-Schichten) der Umgegend von Hannover" [2] an der Universität Göttingen und erlangte die philosophische Doktowürde. Anschließend reiste Credner für 4 Jahre nach Nordamerika, wo er unter anderem als Gutachter in Goldminen arbeitete.

Danach habilitierte er an der Universität Leipzig als Privatdozent für Geologie und Paläontologie. Der Inhaber des Lehrstuhls derzeit war Carl Friedrich Naumann. Credner erhielt dort die neugeschaffene ordentliche Professur für Geologie und Paläontologie 1895. Nach seiner Teilnahme im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 im Sanitätskorps erschien sein 1872 Lehrbuch "Elemente der Geologie" [3], dessen erste Auflage bereits nach 3 Monaten vergriffen war. Er verheiratete sich im Oktober 1872 mit Marie Riebeck.

"Neben seiner akademischen Lehrtätigkeit wurde Credner vom Königlich Sächsischen Finanzministerium im Jahre 1872 mit der Organisation und Direktion der Königlich Sächsischen Geologischen Landesanstalt betraut und ihm die Aufgabe gestellt, unter Zugrundelegung der im topographischen Bureau des Königlichen Generalstabs unter der Direktion des Oberst Vollborn bearbeiteten topographischen Karte im Maßstab 1:25 000 eine geologische Spezialkarte des ganzen Königreichs zu schaffen." [Wahnschaffe 1913, S. 474].

Unter seiner Leitung arbeiten für die geologischen Aufnhamearbeiten u.a. sein Bruder Rudolf Credner, R. Beck, T. Sterzel, E. Geinitz (Sohn von Hanns-Bruno Geinitz) und Kurt Pietzsch. Innerhalb von 27 Jahren wurde unter seiner Führung die erste umfassende geologische Spezialkarte des Königreich Sachsens in 127 Einzelblättern, nebst Erläuterungen zum Abschluss gebracht.

"Ein besonderes Verdienst hat sich Credner dadurch erworben, daß er die vom Jahre 1875 ab im Königreich Sachsen auftretenden Erdbeben genau beobachtete und registrierte. Von diesem Zeitpunkte ab konnten bis zum Jahre 1897 38 Beben festgestellt werden, von denen nicht weniger als 22 und unter diesen die intensivsten Erschütterungen auf das Vogtland entfallen, so daß dieses als ein chronisches Schüttergebiet bezeichnet werden konnte. Die Erklärung der sächsischen Erdbeben als tektonische Erscheinungen ist allgemein anerkannt worden. Durch das Interesse, welches Credner den Erdbeben entgegenbrachte, erreichte er es, daß mit Unterstützung der Königlich Sächsischen Regierung und der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften eine Erdbebenwarte in Leipzig errichtet und ihm die Leitung dieses Instituts übertragen wurde. Ein ausgedehnter Erdbebenbeobachtungsdienst wurde von ihm für ganz Sachsen und seine Grenzgebiete organisiert und auf seine Veranlassung ein selbstregistrierender Wiechertscher Pendelseismometer auf der Erdbebenwarte in Leipzig aufgestellt. " [Wahnschaffe 1913, S. 477]

Branchiosaurier aus dem Perm des Döhlener BeckensDie Bearbeitung der Stegocephalen aus den Rotliegend-Sedimenten des Döhlener Beckens (Niederhäslich) konnte er durch die zahlreich vorhanden Individuen von Branchiosaurus (Schuppenlurch) durchführen, wobei er eine als B. gracilis beschriebene Form dem Larvenstadium von B. amblystomus zuordnete (siehe: Die Stegocephalen aus dem Rotliegenden des Plauen'schen Grundes bei Dresden).

Im Alter von 71 Jahren legte er sein Lehramt an der Universität und seinen Posten als Direktor der Geologischen Landesanstalt nieder. Er starb am 21. Juli 1913 in Leipzig.

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