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Geinitz, 1868. Die fossilen Fischschuppen aus dem Plänerkalke in Strehlen

tags: geinitz, strehlen, fische
Geinitz, 1868: Fischschuppen aus dem Turon von Dresden-Strehlen
Geinitz, 1868: Fischschuppen aus dem Turon von Dresden-Strehlen
Hanns-Bruno Geinitz, 1868. Die fossilen Fischschuppen aus dem Plänerkalke in Strehlen. Denkschrift der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Dresden zur Feier ihres fünfzigjährigen Bestehens (B. G. Teubner) Dresden: 31-48.

Abstract

I.Vorwort.

Das Königliche mineralogische Museum in Dresden enthält in seiner geologischen Abtheilung eine sehr ansehnliche Sammlung Versteinerungen aus dem Quadergebirge oder der Kreideformation, worin Sachsen selbst würdig vertreten ist.

Neben ähnlichen Ueberresten aus anderen Gegenden Deutschlands aus den eleganten Sammlungen des Dr. August L. Sack in Halle, welche Anfang des Jahres 1850 für unser Museum angekauft worden sind, wurden die Sammlungen sächischer Versteinerungen des 1857 verstorbenen Professor Moritz Steinla, deren Uebernahme am 6. Juni 1857 erfolgt ist„und die des gegenwärtigen Directors des Museums hier vereiniget.
Seit dieser Zeit sind wichtige Beiträge hierzu durch den Ankauf einer interessanten Sammlung organischer Ueberreste aus dem untersten Pläner von Planen bei Dresden, welche Herr Maler C. E. Fischer in Dresden zusammengebracht hatte, und durch die unausgesetzten Bemühungen eines schlichten Bahnwäirters, Herrn Aug. Jul. Rudolph, geliefert worden, dessen wissenschaftliches Streben und patriotischer Sinn hier alle Anerkennung verdienen.

Ebenso verdankt unser Museum manches schöne und seltene Fossil aus cretacischen Bildungen Sachsens den-Bemühungen des Herrn E. Zschau, sowie eine werthvolle Sammlung der Kreideversteinerungen von Faxe und Moän dem 1865 verstorbenen Herrn Oberstlieutenant v. Koppenfels.

In Begriff, dieses gesammte Material, wodurch die gegenwärtig in den Räumen unseres Museums aufgestellten Sammlungen aus der  Kreideperiorle eine bedeutende Erweiterung erfahren haben, von neuem zu sichten und anzuordnen, soll es uns zur grossen Freude gereichen, über einzelne Abtheilungen hiervon in monographischen Abhandlungen (lemnächst speciellere Nachweise zu veröffentlichen. Wir beginnen dieselben mit vorliegender Abhandlung über die fossilen Fischschuppen aus dem Plänerkalke von Strehlen, wozu eine gute Unterlage in dem Kataloge über die Sammlung der Versteinerungen des Professor M. Steinla durch zahlreiche naturgetreue Abbildungen von Fischschuppen gegeben war.

Der im Gebiete der Kunst als Kupferstecher hoehgeschiitzte Moritz Steinla hat in dem schon erwähnten Kataloge am 27. September 1848 eine Notiz niedergesehrieben, aus der wir ersehen, wie sehr er sich schon seit dein Jahre 1842, auf Veranlassung seines Umganges mit Dr. Kau in Darmstadt, von den imtergegangenen Schlitzen der Lirwelt angezogen fühlte, und wie er nach seiner Rückkehr nach Dresden eine Reihe von Jahren hindurch mit seltenem Eifer bemühet gewesen ist, die Vorkommnisse in dem Pliinerkalke von Strehlen bei Dresden zu sammeln und zu unterscheiden. Er gedenkt dabei dankbarst der ihm von einem thätigen Sammler in Strehlen Namens Hübler, einem alten, damals noch lebensrüstigen, für alle Zweige der Naturwissenschaften wahrhaft begeisterten hlanne, Mineralog, Geolog, Astronom, Zoolog und besonders eifrigem Bienenzüchter, geleisteten Dienste, die auch noch jetzt bei allen älteren Naturforschern Dresdens in frischer Erinnerung stehen.

Steinla's Untersuchungen waren grmz vornehmlich auf die Schuppen von Fischen gerichtet, die meist vereinzelt in dem Plänerkalke von Strehlen gefimden werden. Vollkommene Fische sind hier noch nie vorgekommenynur selten trifft man von ihnen Maxillen, Kiemendeckel, Wirbel u. s. w. mit den Schuppen beisammen liegen. Dies mag eine Folge der Gegenwart zahlreicher Haifische und anderer Raubfische sein, deren Anwesenheit in dem Kalke von Strehlen seit langer Zeit schon erwiesen ist.

Der berühmte Kupferstecher begann die verschiedenen Formen der Schuppen und ihrer Structur mit eigener Hand in seinem Kataloge aufzuzeichnen, und als ihn ein Augenübel befiel, das ihm den Gebrauch der Loupe eine Zeit lang versagte, war er besorgt, dass Hüblefs Nachfolger als Sammler in Strehlen, ein Herr Schwer g , unter seiner steten Anleitung sich der Federzeichnungen in diesem Kataloge unterzogen hat, was nach dem eigenen Urtheile Professor Steinlaß von demselben mit  Treue, Geschicklichkeit und Liebe für den Gegenstand ausgeführt worden ist. Wir können nach einem Vergleiche der Zeichnungen mit sämmtlichen Originalen dieses Urtheil nur bestätigen.

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