Brücke über das Seidewitztal, Meusegast bei Dohna
bearbeitet am: 23.02.2010
Abstract
The outcrop at the Seidewitz valley near the small village Meusegast does exist during 2004/2005. A a bridge over the river Seidewitz for the motorway A17/D8 Dresden-Prague were built and made it possible to study the cretaceous in the southeast of Dohna, (Pirna). Numerous different sponges were collected at this remarkable former outcrop with an interesting geological setting/profile in the saxonian cretaceous. 1. proterzoic basement 2. conglomerats 3. marls/marly siltstone - 4. calcareous siltstone (Pläner)
Im dritten und letzten Abschnitt (ab AS Pirna) wurde im Spätsommer 2004 der Bau der Seidewitztalbrücke begonnen. Ein unerwartet interessanter Kreide-Aufschluss wurde dadurch geschaffen.
Der Aufschluss befand sich am nordöstlichen Ende des Seidewitztals bei Meusegast. Meusegast liegt in circa 2-3 km Luftlinie von Dohna entfernt und wurde 1999 Teil der Stadt Dohna.
Seit Freigabe der Autobahn ist der Aufschluss nicht mehr zugänglich. Die Böschung ist bewachsen und die ehemals ergiebige Halde abgetragen.
Geologische Situation
Darstellung der Daten auf Grundlage der Geologischen Übersichtskarte von Sachsen GÜK400 (1:400.000) des sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), OpenStreetMap.org, WISE (eea.eu).
Abbildung: Geologische Karte im Maßstab 1:10.000 auf Grundlage der GÜK400digital von Sachsen und eigenen Ergänzungen. Wie groß die Ausdehnung der vermutlich unterturonen (?obercenomanen?) Schichten am Fundort tatsächlich ist, kann in der GK25 Blatt Pirna eingesehen werden.
Abb. oben: Circa 120 Meter Profilverlauf von Süden (links) nach Norden
Die Gesteinsabfolge vom Liegenden zum Hangenden an einigen Stellen im Profil:
1. proterzoisches?/ordovizisches? Grundgestein
2. darüber Konglomerate (teilweise Quarze)
3. Mergel oder mergeliger Pläner
4. Pläner mit zahlreichen, "lagenweise" abgelagerten Schwämmen
5. Hangschutt/Boden
Abb. links: Profil (Basis - Konglomerate - Konglomerate und Mergel "verzahnt" - Pläner)
Abb. rechts: Der Basis aufgelagerte Konglomerate.
Die Profilfolge scheint hier die Transgression im oberen Cenoman, an der Basis des Turons zu belegen. Allerdings wurden außer den zahlreichen Schwämmen kaum weitere Fossilien gefunden. Mikropaläontolgische Untersuchungen wurden noch nicht vorgenommen. Funde von Leitfossilien blieben aus. Eine umfangreiche horizontierte Aufsammlung konnte nicht realisiert werden. Viele Funde wurden auf der angelegten Halde gemacht.
Fossilfunde
Hervorzuheben ist neben der Geologischen Situation vor allem die Quantität und Qualität der gefundenen Schwämme. So waren Becherschwämme der Gattung ?Chonella mit einer Größe von 10-20 cm häufig. Einige Schwammarten sind bisher wohl nur in der böhmischen Kreide (Gebiet um Kutna Hora) beschrieben worden.
Andere Fossilien, wie etwa Seeigelstacheln, (?Cidaris sp. und Cidaris sorigneti) oder Austern (Exogyra sp.) und vereinzelt Muschelreste (Spondylus u. a.), sowie ein unbestimmter Brachiopode stellten aber auch schon den Rest der vorgefundenen Fauna. Auch einige (wohl) unbestimmbare Pflanzenreste konnten geborgen werden.
Bei überwiegend allen Schwämmen fehlte die Basis. Diese wurden jedoch vereinzelt isoliert aufgefunden.
Ein längerer Transport der Schwämme, vor der Einbettung, fand wohl nicht statt. Dagegen spricht die überwiegend gute Erhaltung vieler Spongien. Ein großer Teil der Stücke sind stark verdrückt.
Fossilliste:
Chonella
Craticularia
Guettardiscyphia
Siphonia
Seliscothon
Stellispongia
?Ventriculites
Verruculina phillipsi (Reuss)







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Antwort #1 am : Wed April 02, 2008, 15:56:59