ehemaliger Sandsteinbruch an der Heidenschanze

Stand: 10.11.2011
kreidefossilien.de
offener ehemaliger Sandsteinbruch an der Heidenschanze, Foto. M. Göpfert
Der ehemalige Steinbruch in Dresden-Coschütz erhielt seinen Namen durch eine bronzezeitliche Walanlage. Die Heidenschanze liegt oberhalb der Weißeritz im Plauenschen Grund und ist heute beliebtes Wanderziel. Nur wenige Meter unterhalb der Heidenschanze befindet sich die Brücke über den Plauenschen Grund und den beiden Tunnel Dresden-Dölzschen & -Coschütz. Abb.: offener ehemaliger Sandsteinbruch an der Heidenschanze, Foto. M. Göpfert

Brücke A17 & Begerburg
Brücke A17 & Begerburg - Brücke Coschütz (A17) & Begerburg
Das Gelände der Heidenschanze war ehemals eine bronzezeitliche Befestigungsanlage. Bis in das 20. Jahrhundert hinein wurde auf dem Gelände ein Monzonitsteinbruch und ein Sandsteinbruch betrieben. Heute befinden sich auf dem Gelände mehrere Aussichtspunkte. Die Steinbrüche sind von einem kleinen Wäldchen überwuchert.  Gegenüber der Heidenschanze befindet sich der ehemalige Ratssteinbruch und die Begerburg im Ortsteil Dölzschen.

Heidenschanze im Juni 2010
Heidenschanze im Juni 2010 - Der Sandsteinriegel wird von Boulderern genutzt
Das stark verwachsene Gelände ist als Naturdenkmal ausgewiesen. Grabungen sind daher nicht angebracht. Das Profil lässt sich dennoch an vielen Stellen gut erkennen - bevorzugt in der kalten Jahreszeit.
Kletterer nutzen den Sandsteinriegel als Bouldermöglichkeit. Die Nutzung von Magnesia ist verpönt!.
Der Wandfuss ist vom Gestrüpp beräumt und es können bequem kleine Fossilien ausgesammelt werden.
Unterhalb der Begerburg, also auf der anderen Talseite, kann in einem Klettergarten im Monzonit geklettert werden. Zwei Klettersteige sind ebenfalls vorhanden. 

Profil Heidenschanze
Profil Heidenschanze - Profil - Foto: M. Göpfert
Besonders kennzeichnend für diesen Aufschluss ist die - an einigen Stellen - horizontale "Verzahnung" von Monzonitgeröllen mit den Sandsteinen, welche die Basis bilden. Darüber folgen folgen kalkige Monzonitkonglomerate, in denen sich noch heute viele Rudisten (Radiolites saxoniae), Muschelreste finden lassen, seltener Schnecken. Der Aufschluss wird dem obersten Cenoman (Dölzschener Formation) und den küstennahen Flachwassergebieten zugeordnet.

[Fortsetzung folgt]

Literatur

Erläuterungen zur geologischen Specialkarte des Königreichs Sachsen: Section Dresden, Blatt 66. : 1-102.
Erläuterungen zur Geologischen Karte von Sachsen im Maßstab 1:25000 Nr. 66. Blatt Dresden. 3. Auflage. : 1-181.
Shallow water facies during the Cenomanian-Turonian anoxic event: bio-events, isotopes, and sea level in southern Germany. - Cretaceous Research (Elsevier) Amsterdam 17 (2): 229-253.
Über die Kreideablagerungen des Plauenschen Grundes (sediment- petrographische und biostratonomisch - paläontologische Untersuchungen). - Jahrbuch des Staatlichen Museums für Mineralogie und Geologie Dresden (Dresden) 2: 22-124.
Fazies-Entwicklung einer ertrunkenen Felsküste - die obercenomane Monzonitklippe westlich von Dresden [Facies Development of a Drowned Rocky Coast - the Upper-Cenomanian Monzonite-Cliff near Dresden]. - Freiberger Forschungshefte (Akademie-Verlag) Berlin C452 (2): 23-34.
Proximale Tempestite aus dem tieferen Obercenoman (naviculare-Zone) von Dresden-Coschütz. - Freiberger Forschungshefte (Akademie-Verlag) Berlin C468 (5): 305-317.
Cenoman im Sandstein-Aufschluß westlich von Alt-Coschütz bei Dresden. - Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft ISIS (Warnatz & Lehmann) Dresden 17 (1908-1912): 19-22.
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  • Hoffmann, 1750. Abhandlung vom Plauischen Grund bey Dresden, und denen daselbst auch einiger andrer Orten dortherum gefundenen versteinerten Sachen
  • Dresden-Coschütz: Tunnelbau
  • Helk, 1749. Nachricht von den Versteinerungen um Dreßden und Pirna
  • Dohna: Kahlbusch
  • Oberau: ehemaliger Eisenbahntunnel
  • Weinart, 1781. Beschreibung des Plauischen Grundes bey Dresden
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  • sächsische-kreide.de: Infoblatt 11/12-2010 erschienen
  • Velenovsky, 1887. Neue Beiträge zur Kenntnis der Pflanzen des böhmischen Cenomans
  • Tauber, 1799. Mineralogische Beschreibung des Plauischen Grundes bis Tharand
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