Beck, 1897. Geologischer Wegweiser durch das Dresdner Elbthalgebiet zwischen Meissen und Tetschen

kreidefossilien.de
Beck, 1897. Geologischer Wegweiser
Richard Beck, 1897. Geologischer Wegweiser durch das Dresdner Elbthalgebiet zwischen Meissen und Tetschen.(Verlag Gebrueder Borntraeger) Berlin: 1-162. Abb.: Beck, 1897. Geologischer Wegweiser
VI.
Von Kötzschenbroda über Neucoswig1 nach den
Plänerbrüchen von Weinböhla.

 

Diese halbtägige Excursion bewegt sich ausschliesslich im Gebiete von Section Kötzschenbroda und soll die geologische Zusammensetzung des Steilabfalles des Lausitzer Plateaus mit seinen interessanten Ueberschiebungserscheinungen erläutern. Wie sich zeigen wird, sind gute Aufschlüsse zur Zeit hier ziemlich spärlich vorhanden, aber dennoch lohnt auch jetzt noch ein Besuch dieser Gegend, zumal die Wanderung in landschaftlicher Beziehung so reizvoll ist.

Wir sind mit der Bahn nach Kötzschenbroda gelangt und folgen sofort der geraden, uns nach der Friedensburg hin führenden Strasse durch den freundlichen Villenort, der Haidesand zum Untergrund hat. Am Berggehänge angelangt, schlagen wir die durch Telegraphenstangen markirte Fahrstrasse nach dem genannten Aussichtspunkt ein. An einer Biegung derselben finden wir in einem verfallenen Steinbruch das Gestein, aus dem das Plateau hier besteht, Syenit, aufgeschlossen. Es besitzt ziemlich grobkörnige Ausbildung und wird von zahllosen Klüften und mit Frictionsstreifen versehenen Rutschflächen durchzogen. Diese starke Zerrüttung deutet uns an, dass wir uns nahe an der grossen Dislocation befinden, die den vor uns liegenden Steilabsturz erzeugt hat, wie bereits auf S. 15 angedeutet worden ist. Von einem früher in diesem Steinbruch angeschnittenen Dioritgang ist zur Zeit nichts mehr zu sehen. Oben auf der Friedensburg belohnt uns für den Anstieg eine prächtige Aussicht auf die Elbthalweitung und die uns gegenüber liegenden Anhöhen. Nach SO. hin vermag der Blick am Erzgebirgsabhang empor zu dringen bis zum basaltischen Sattelberg bei Schönwalde. Auch der ebenfalls basaltische Wilisch bei Kreischa und die Quohrener Kipse zeigen sich und geben uns zugleich die Ausdehnung des Rothliegend-Gebietes an, das sich aus dem Plauenschen Grund bis dorthin nach SO. zu erstreckt. Vom diesseitigen Elbthalgehänge präsentiren sich besonders schön die Höhen von Loschwitz und Weisser Hirsch, die wir bis zum jäh vorspringenden Porsberg bei Pillnitz verfolgen. Längs dieses Steilabsturzes führt die grosse Dislocation hin, die wir heute verfolgen wollen. Rechts vom Porsberg entdecken wir endlich auch die Berge der Sächsischen Schweiz und erkennen, eine wie tiefe Lage deren granitischer Sockel besitzen muss gegenüber dem Lausitzer Granitplateau, dessen Abfall im Porsberg sich zeigt. [...]

Auszug S. 52f.

Quelle: archive.org/details/geologischerweg00beckgoog

Download PDF
Datei herunterladen (3.73 MB)

Artikel bewerten:
  • Momentan2/5 Sterne
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertungen: 21

verwandte Artikel

  • Tröger, 2003. The Cretaceous of the Elbe valley in Saxony (Germany) - a review
  • Ausblick: Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL)
  • Die Kreide im Tharandter Wald
  • Fritsch, 1869. Studien im Gebiete der böhmischen Kreide-Formation. 1. Perucer Schichten
  • Bruder, 1886. Neue Beiträge zur Kenntniss der Juraablagerungen im nördlichen Böhmen. II
  • Zahalka, 1901. Ueber die Schichtenfolge der westböhmischen Kreideformation
  • Fritsch, 1883. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. 3. Die Iserschichten
  • Hettner, 1887. Gebirgsbau und Oberflächengestaltung der sächsischen Schweiz
  • Gümbel, 1868. Beiträge zur Kenntniss der Procän- oder Kreide-Formation im nordwestlichen Böhmen
  • Reuss, 1840. Geognostische Skizzen aus Böhmen Band I und II.
  • Ausblick: Aufschlüsse in der Elbtalkreide 2011
  • Bruder, 1885. Die Fauna der Juraablagerung von Hohnstein in Sachsen
  • Fritsch, 1893. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. 5. Die Priesener Schichten
  • Schulze, 1769. Nachricht von den in der dreßdnischen Gegend vorhandenen Mineralien und Foßilien
  • Die frühe Kreideforschung: Teil 1: C.F. Schulze

Kommentar verfassen

  • Pflichtfelder sind mit * markiert.

Sollte der Sicherheitscode unleserlich sein, kann durch einen Klick auf das Bild ein neuer Sicherheitscode erzeugt werden.
 
Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, auf dem Server von kreidefossilien.de im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert wird. Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Weder E-Mail-Adresse, noch IP-Adresse sind öffentlich sichtbar und werden nicht an Dritte übermittelt. IP-Adressen werden nach 30 Tagen gelöscht.

Top 10 Artikel

Literatur