Fritsch, 1901. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. 7. Perucer Schichten (Ergänzung)

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A. Fritsch: Perucer Schichten (Ergänzung zu Band I von 1869)
Antonín Frič, 1901. Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. Paläontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten. 7. Die Perucer Schichten (Ergänzung). - Das Archiv für die naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Böhmen (Comissions-Verlag) Prague 11 (2): 1-180. Abb.: A. Fritsch: Perucer Schichten (Ergänzung zu Band I von 1869)

VORWORT.

In der ersten Publication des Comités für Landesdurchforschung i. J. 1870, wo ich die palaeontologische Untersuchung der einzelnen Schichten der böhmischen Kreideformation in Angriff nahm, waren unsere Kenntnisse über deren tiefsten Lagen "die Perucer Schichten" noch so spärlich, dass ich mit deren Zusammenfassung bloss 4 Seiten füllen konnte, auf denen von 22 Arten Pflanzen und 7 Thierresten Erwähnung geschah. (Band I-lI, p. 186.) Seit der Zeit war ich bemüht neues Material für die Museumssammlungen zu beschaffen und jüngere Kräfte zu dessen Verarbeitung anzueifern. Selbst widmete ich den spärlichen Thierresten die gehörige Aufmersamkeit.

Es gelang mir den Prof. Dr. Velenovsky für einige Jahre an die Bearbeitungder Kreidepflanzen zu fesseln, was zu einer Reihe von wichtigen Publicationen führte. Nachdem aber diesen Forscher die recente Botanik ganz occupirte, gelang es mir von ihm die Bewilligung zu erlangen, seine Resultate in eine zusammenfassende Arbeit für das Archiv der'Landesdurchforschung benützen zu dürfen. Bei Durchführung dieser Aufgabe war mir Dr. Edwin Bayer behilflich, dessen neuere Forschungen über die Kreideflora hier eingereiht erscheinen.

Mit Rücksicht darauf, dass diese Studien auch die Popularisirung der einheimischen Palaeontologie zum Zwecke haben, waren wir bestlrebt die Abbildungen der meisten Vertreter der Gattungen und Arten, die in verschiedenen schwer zugänglichen Abhandlungen zerstreut sind, wenigstens in verkleinerten, restaurierten Skizzen zu bringen und einheimischen Sammlern die Bestimmung der Funde zu erleichtern und das Erkennen von neuen Vorkommnissen zu ermöglichen.

Die Grundlage für den botanischen Theil dieser Arbeit sind die Arbeiten des Prof. Dr. J. Velenovsky namentlich die "Kvetena ceského cenomanu", die in den Abhandlungen der kön. böhm. Gelehrten Gesellschaft der Wissenschaften (1889, mit 6 Tafeln) erschien und aus der wir' auch einige Partien in wörtlicher Übersetzung oder im Auszuge einfügen. Die übrige benützte Literatur führt Dr. Ed. Bayer weiter unten am Eingange zu dem kritischen iIIustrirten Verzeichnisse an.

Bei der von mir in letzter Zeit durchgeführten Aufnahme vieler Profile versuchte ich auch die Seehöhe der Basis unserer Kreideformation sicherzustellen, soweit dies mit Hilfe eines Taschenaneroids möglich war; überzeugte mich aber, dass bei der Unzuverlässigkeit dieser Instrumente die Resultate beschränkten Werth hätten und dass die Durchführung dieser Aufgabe in der Zukunft einem Geodeten (in Begleitung eines Geologen) zugewiesen werden muss.

Im Einsammeln des Materiales wurde bis auf die jüngste Zeit fortgefahren, namentlich an dem ausgiebigen Fundolte Vyserovic, dann bei Vydovle und Hloubetin. Von dem neuen Fundorte Votrub bei Schlan wurde eine Suitte von Herrn Dvorák, Fotografen in SchIan, erworben.

Das sämmtliche in dieser unserer Arbeit berücksichtigte Material ist genau geordnet im neuen Museum in einer Reihe von Schränken im Saale Nr. 5 ausgestellt und bei jedem abgebildeten Originale die nötigen Citate beigefügt.

Bei dem Umstande, dass Reste der Landpflanzen aus der Kreideformationin der ganzen Welt nur an sehr wenigen Fundorten angetroffen werden, ist die vorliogende Bearbeitung von allgemeinerem als bloss localem Interesse und um Fachmännern und Museen die Acquisition dieser seltenen Funde zu erleichter nstellten wir Dublettensammlungen zusammen, um deren Erlangung man sich an das Museum zu wenden hat.

Wir hoffen, dass diese Studie zu weiterer Arbeit im Bereiche der Perucer Schichten aneifern wird.

Prag, im April 1900.

Prof. Dr. Ant. Fric.

Quellen:

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