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Gumprecht, 1835. Beiträge zur geognostischen Kenntniß einiger Theile Sachsens und Böhmens

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T.E. Gumprechts Geologischen Erläuterungen von 1835
T.E. Gumprechts Geologischen Erläuterungen von 1835
Thaddäus E. Gumprecht, 1835. Beiträge zur geognostischen Kenntniß einiger Theile Sachsens und Böhmens. (E. S. Mittler) Berlin: 1-238.

Abstract

a) Oberaue.

Schon von weitem erkennt man östlich von Oberaue da, wo das Moritzburger Granitplateau in das Elbthal abfällt, und der S. 99 bereits erwähnte Fahrweg nach der Buschmühle in den Abfall tief einschneidet, dass der untere Theil des letzteren aus einem sehr weissen Gestein gebildet ist, über welchem ein breiter, rother Streifen sich hinweg lagert. Eine genaue Besichtigung der Stelle belehrt, dass der nördlich von dem Fahrwege liegende Theil des Thalrandes von der Sohle an etwa 20 – bis 25 Fuss hoch durch reinen, festen, weissen Pläner gebildet wird, dass dagegen der ungefähr vier Fuss breite, rothe Streifen aus dichtem Granit besteht. Es findet also an dieser Stelle eine förmliche Bedeckung des Pläners durch den Granit und nicht durch Granitgerölle statt, wie man in der Front des Abfalles, noch deutlicher aber in der Schlucht des Fahrweges selbst durch Aufschürfen der Oberfläche leicht sich überzeugen kann. Recht auffallend ist die scharfe Scheide bei der Gesteine.

Unterhalb derselben findet sich nur der weisse, feste Pläner, darüber nur der rothe, feste Granit; nirgends sieht man auf der 100 Schritte weit zu verfolgenden und in der Front des Thalrandes horizontal liegenden Gränze Einschlüsse des Pläners in dem ihn bedeckenden Granit; nirgends ein hakenförmiges Eingreifen der beiden Gesteine in einander, nirgends endlich, eben so wenig wie bei Weinböhla, Fragmente des Granits in dem Pläner, als in dem hier älteren Gesteine, eine Erscheinung, die so natürlich wäre, wenn, wie Herr Prof. Kühn annimmt, eine Unterlagerung des Pläners unter überhängende, granitische Klippenränder wirklich statt gefunden hätte. Eine Bildung dieser letzteren hätte nur durch eine Zerstörung der unteren Theile früher schroffgegen das Meer abfallender Felsen entstehen können. In einem solchen Falle aber alle Reste und sämmtliche von der Höhe der in der Luft schwebenden Ränder losgezogene Bruchstücke und Blöcke als von den Fluthen zerrieben oder weggespült vorauszusetzen, scheint nicht mit dem Resultate der Beobachtung an felsigen Meeresküsten vereinbar, an denen man gewöhnlich Anhäufungen von Fragmenten ihres Ufergesteins vorfindet. Hat man ferner Grund anzunehmen, dass die Bildung des Pläners nur allmählig vor sich gegangen ist, so wäre man um so mehr berechtigt, während der Ablagerung desselben mehrfach wiederholte Losziehungen von den überhängenden Rändern und folglich wiederholte Einschlüsse von Granitfragmenten in den verschiedenen Niveaus des unterliegenden Pläners zu erwarten; eine Voraussetzung jedoch, die weder durch die Beobachtung an der Wand zu Oberaue, noch durch den Betrieb zu Weinböhla, Hohenstein oder Saupsdorf bis jetzt nur im mindesten bestätigt wird.

Auszug S. 104f.

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