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Petrascheck, 1933. Der böhmische Anteil der Mittelsudeten und sein Vorland

tags: petrascheck, mittelsudeten, adersbach-formation, geologie
W. Petrascheck über die Geologie des niederschlesischen-böhmischen Beckens (Mitelsudeten)
W. Petrascheck über die Geologie des niederschlesischen-böhmischen Beckens (Mitelsudeten)
Wilhelm Petraczek, 1933. Der böhmische Anteil der Mittelsudeten und sein Vorland. Mitteilungen der Geologischen Gesellschaft in Wien (Österreichische Geologische Gesellschaft) Wien 26: 1-136.

Die Kreideformation.

Zwei Faziesgebiete, die zweckmäßigerweise getrennt besprochen werden, sind zu unterscheiden: Die Adersbach-Wekelsdorfer Mulde, die sich gegen Süd in das Hochplateau der Heuscheuer fortsetzt und das innerböhmische Kreidegebiet, das weit an den Hängen der Sudeten hinauflappt. Fazieswechsel zwischen rauhem Pläner und Quadersandstein charakterisiert das erstgenannte Gebiet, zunehmende Mergelfazies das innerböhmische Areal. Der schmale Kreidegraben von Hertin-Zbetschnik-Kudowa, zwischen beiden Faziesgebieten gelegen, schließt sich dem letztgenannten an.

Das innerböhmische Kreidegebiet.

Unter 2 bis 4° senken sich die Kreidetafeln von den Abhängen des Königreichwaldes im Norden und jenen des Adlergebirges im Osten gegen das Tiefland um Josefstadt und Königgräz. Sehr flache Faltenwellen sind hie und da bemerkbar. Brüche hingegen bedingen ein erneutes Herausheben. Unterkreide, Cenoman und Turon allein sind vorhanden. Der Cenoman-Quader und vor allem der Turon-Pläner sind formengebende Elemente der Landschaft. Über den Denudationsrand der Kreide hinaus, setzt sich an den Hängen des Adlergebirges die Abrasionsflache der Kreide aufwärts noch fort. Schmale Plänergräben sind in sie eingebrochen. Die unverkennbare Abrasionsfläche endet an einer Geländestufe, die über Dobrey, Bistey nach Sendrasch verläuft und (W. P. 1909, S. 429) als Bruch gedeutet wurde, östlich dessen die Abrasionsfläche höher liegt und stärker von der Erosion zerschnitten wurde. Es st  wahrscheinlich, daß das Kreidemeer den Kamm des Adlergebirges und Mensegebirges, überschritten hat.

Im Königreichwald bildet der Cenomanquader einen Erosionssteilrand, über leicht zerstörbarem Perm. In ihm kulminiert das Gebirge. Es fehlt nicht an junger, diluvialer Tektonik (S. 87). Blockbestreuungen auf den Höhen n. des Steilrandes zeigen an, daß der Rand vor nicht langer Zeit nördlicher gelegen sein muß. Aus den Landformen kann man aber nicht ablesen, wie weit gegen N die Kreide gereicht haben mag. Im Gebiete konnte kein Anhalt dafür gefunden werden, ob das Riesengebirge eine Insel im Kreidemeer war oder nicht. Hingegen sind sehr deutliche Anzeichen dafür vorhanden (S. 70), daß im Osten, mutmaßlich in der Gegend des Eulengebirges, Land war.

Vor den Hängen des Randgebirges legen sich immer jüngere Kreideschichten auf einander. Flache Lagerung und geringe Mächtigkeit läßt den Untergrund in tief eingeschnittenen Tälern weithin sichtbar. Später bringen ihn Verwerfungen wieder zum Vorschein und  schließlich ist er bis Josefstadt aus Bohrungen, bekannt (W. P. 1910).

Die Steilhänge der in die Kreidetafeln tief eingeschnittenen Taler bringen ausgezeichnete Aufschlüsse. In den Niederungen des Flachlandes mangelt es an solchen, zumal dort, ausgedehnte Diluvialbedeckung hinzukommt.

In der Karte (Josef stadt-Nachod) wurden unterschieden:

Genomanquader (Crednerien- u. Carinatazone = Perutzer u. Koritzaner Schichten).
Pläner und Glaukonitsandstein der Plenuszone (Cenoman).
Unterturoner Pläner und Plänermergel (d. i. Labiatuszone).
Mittelturoner Mergel (d. i. Lamarckizione).
Oberturoner Mergel (d. i. Scaphitenzoine).
Heute wird der Begriff Mittelturon, wenn man ihn überhaupt, anwendet, anders gefaßt.

Quelle: http://www.geol-ges.at/mitteilungen/mitt-26.html

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