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Pia, 1943. Zur Kenntnis der Kalkalgen der sächsisch-böhmischen Kreide

tags: pia, kalkalgen, plauenscher grund, ratssteinbruch, flora, krippen, königstein
J. Pia über Lithothamnien (Kalkalgen) in der sächsisch-tschechischen Kreide
J. Pia über Lithothamnien (Kalkalgen) in der sächsisch-tschechischen Kreide
Julius Pia. 1943a. Zur Kenntnis der Kalkalgen der sächsisch-böhmischen Kreide. Sitzungsberichte der Königlich-Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Classe Wien 151: 103-114.

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Abstract

Zur Kenntnis der Kalkalgen der sächsisch-böhmischen Kreide

Von
Julius Pia
korr. Mitglied d. A kad. d. Wiss.
(Mit 4 Tafeln)

Vorgelegt in der Sitzung am 17. Dezember 1942.

Das hier beschriebene Material ist Eigentum des Staatlichen Museums für Mineralogie und Geologie in Dresden. Ich gelangte zu seiner Kenntnis durch Herrn Dr. W. Häntzschel. und sowie Herrn Prof. E. Rimann  danke ich herzlich für die freundliche Überlassung der Stücke. Herr Dr. Häntzschel hat mich auch auf die für die Benennung wichtigsten älteren Angaben im Schrifttum hingewiesen, die mir sonst jedenfalls entgangen wären. Das Verdienst an der Aufklärung der ganzen Frage dieser Kreideversteinerungen gebührt also zum überwiegenden Teil ihm.

Bisher findet sich im Schrifttum nur sehr wenig über Kalkalgen aus der sächsisch-böhmischen Kreide. Den ersten Bericht gab Wanderer (1920). Er glaubte in seinen Dünnschliffen Archäolithothamnien aus der Verwandtschaft von Arch. amphiroaeforme und gosaviense zu erkennen. Nähere Fundortsangaben fehlen. In dieser Beziehung macht Häntzschel (1930, 1933, 1940) genauere Mitteilungen. Danach stammen die Algen aus dem Bindemittel der Konglomerate an der Basis der Pläner, die der Zone des Actinocamax plenus angehören. Häntzschel läßt mit dieser Zone das Turon beginnen, wogegen Frühere sie meist als oberstes Cenoman ansahen. Als Fundorte nennt er den Ratssteinbruch im Plauenschen Grund in Dresden-Dölzschen und den aufgelassenen Steinbruch an der Heidenschanze in Dresden-Coschütz. Die Algen bezeichnet er als Lithothamnium und Petrophyton.
Soukup und Svoboda führen aus dem Turon von Triebitz bei Landskron im Ost-Sudetengau nicht näher bestimmbare, kleine, abgerollte Bruchstücke von Melobesieen an, die sie mit Archaeolithothamnium vergleichen. Die Fundschicht dürfte etwas jünger sein als die bei Dresden. Sie wird in das Mittelturon gestellt.

Einige ältere Arbeiten, in denen die uns beschäftigenden Fossilien beschrieben, aber noch nicht als Algen erkannt sind, werden weiter unten zu besprechen sein.

I. Cordilites cretosus Reuß spec., eine Solenoporacee aus der Oberkreide von Sachsen, Böhmen und Japan.
Die Hauptmasse der mir vorliegenden Algen stammt aus dem eben erwähnten Konglomerat an der Basis des Pläners von Dresden-Coschütz. Sie dürften von Eichhorn aufgesammelt worden sein. Es handelt sich um 14 Dünnschliffe und 53 Gesteinsknollen, die zum Teil durchschnitten und poliert sind. Unter den Schliffen zeigen zwei ein Hydrozoon, das hier nicht behandelt werden kann. Die anderen weisen alle ein und dieselbe Kalkalgenart auf. Ob unter den Knollen vielleicht noch einzelne tierische Reste sind, kann man nicht immer sicher sagen. Der größte Teil dürfte jedenfalls, wie besonders aus der Schichtung hervor geht, zu der Alge gehören. Überraschender Weise fehlen echte Corallinaceen in dem Material anscheinend vollständig. Wenigstens gelang es mir nicht, irgend einen Anhaltspunkt für ihr Auftreten zu finden, das auf Grund der oben schon angeführten früheren Veröffentlichungen ja sicher zu erwarten gewesen wäre.

Aus dem Ratssteinbruch in Dresden-Dölzschen hatte ich nur einen Knollen und einen Dünnschliff zur Verfügung. Auf sie komme ich unten kurz zurück.

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