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Schrammen, 1912. Die Kieselspongien der oberen Kreide von Nordwestdeutschland. II. Teil: Triaxonia (Hexactinellida)

tags: schrammen, monographie, porifera, hexactinellida, norddeutschland
A. Schrammen über Hexactinellida, 1. Teil
A. Schrammen über Hexactinellida, 1. Teil
Anton Schrammen, 1912. Die Kieselspongien der oberen Kreide von Nordwestdeutschland. II. Teil: Triaxonia (Hexactinellida). Palaeontographica - Supplement (E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung) Stuttgart V: 177-385.

Abstract

Einleitung.

Die Hexactinelliden bilden nicht ganz die Hälfte aller aus der oberen Kreide von Nord westdeutschland bekannten Silicea. Dies Verhältnis müßte sich freilich, nach den bei Oberg gemachten Beobachtungen erheblich zu ihren Gunsten verschieben, wenn es gelingen könnte, alle, oder wenigstens die meisten Hexactinelliden-Arten nachzuweisen, welche überhaupt den Grund der Kreide-Ozeane bevölkert haben. Das ist aber ganz ausgeschlossen, weil es für sämtliche Schichten Erhaltungszustände voraussetzen würde, die tatsächlich nur lokal an einer bloß wenige Meter mächtigen Bank einer einzigen Zone (der Quadratenkreide von Oberg) zu beobachten sind. Es gelingt also nur äußerst selten, das ganze Bild einer jener zahlreichen, über- und nebeneinander liegenden kretazischen Hexactinelliden-Faunen aus allen Componenten wiederherzustellen. Gewöhnlich ist man auf die Vermittelung der wenigen Arten angewiesen, die wegen der Massigkeit der Schwammkörper oder aus andern Gründen auch noch nachweisbar und bestimmbar bleiben, wenn von dem Kieselgerüst nur noch geringfügige oder gar keine Spuren mehr vorhanden sind.

Aus dem nordwestdeutschen Cenoman kann ich nur zwei, der Skelettstruktur nach bekannte Hexactinelliden-Arten anführen, die alle beide auf den Varianspläner beschränkt sind. Die eine Spezies, Ophrystoma micrommata Roem., vertritt eine Familie, die in turonen und senonen Schichten zu fehlen scheint und ist nur vom Kahnstein bei Langelsheim bekannt.1) Die Verbreitung von Plectascus labrosus T. Smith sp., der anderen Art, die ich am Kahnstein und bei Misburg beobachtet habe, reicht dagegen bis in das Gebiet der englischen Kreide.

In unserem Labiatuspläner sind m. W. überhaupt noch keine Spongien gefunden worden. Auch der Brogniartipläner führt nur Cystispongia bursa Roem. sp. und zwar nur in den Galeritenschichten. Analoge faunistische Verhältnisse bietet übrigens in der Jetztzeit das Rote Meer, wo die Polarexpedition an 15 verschiedenen Stationen nur zwei Hexactinelliden-Spezies in Tiefen von 341—820 m gefischt hat. Es ist ein merkwürdiges Spiel des Zufalls, daß die eine lebende Art, Aulocystis Grayi Bwbk. zu einer Gattung gehört, die man aus guten Gründen unter die nächsten Verwandten von Cystispongia zählen darf.

Mit der Ablagerung der Scaphitenpläner begann die Einwanderung jener Fauna, welche auch die oberturonen und senonen Horizonte Nordwestdeutschlands erfüllt, und mit ihren Spitzen bis in die Jetztzeit reicht. [...]

l) Griepenkerl führt (Königslutter S. 23) Ophrystoma micrommata Roem. sp. irrtümlich auch aus der Quadraten-Kreide von Glentorf an.

Auszug Einleitung

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