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Scupin, 1907. Die stratigraphischen Beziehungen der obersten Kreideschichten in Sachsen, Schlesien und Böhmen

tags: scupin, böhmen, sachsen, schlesien, stratigraphie
H. Scupin in seiner vergleichenden Arbeit über die hercynische Kreide
H. Scupin in seiner vergleichenden Arbeit über die hercynische Kreide
Hans Scupin, 1907. Die stratigraphischen Beziehungen der obersten Kreideschichten in Sachsen, Schlesien und Böhmen. - Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie (E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung) Stuttgart 24 : 676-715.

Die stratigraphischen Beziehungen der obersten Kreideschichten
in Sachsen, Schlesien und Böhmen.

von
Dr. Hans Scupin.

 

Durch eine große Zahl älterer und neuerer Arbeiten ist für die Kreide Sachsens, Böhmens und Schlesiens eine mehr oder weniger spezielle Gliederung durchgeführt worden. Zu Meinungsverschiedenheiten hat dabei besonders die Frage nach den stratigraphischen Beziehungen der einzelnen Schichtglieder in diesen Ländern zu einander und zu denen anderer Gegenden speziell im oberen Turon und Senon geführt. Ist nun auch namentlich in Böhmen noch eine große Zahl von Fragen offen, deren Lösung erst der fortschreitenden Spezialaufnahme vorbehalten bleibt, so hat sich doch jedenfalls auch hier eine Reihe von Horizonten unterscheiden lassen, die auf weite Strecken hin zu verfolgen sind.

Abgesehen von den Iserschichten, die, wie J. Jahn ausgeführt hat *, eine selbständige Stufe nicht darstellen, sind es in Böhmen insbesondere die Priesener Schichten, über welche die Ansichten noch sehr auseinandergehen. Dieser den Teplitzer Schichten (mergelige Fazies) oder Iserschichten (sandige Fazies) aufgelagerte Horizont war von A. Fritsch ursprünglich schon zum Senon gerechnet worden, während Jahn ihm seine Stellung auf der Grenze zwischen Turon und Senon anwies, indem er den unteren Teil derselben als Scaphiten- und Cuvieri-Zone, ihren oberen Teil als Emscher ansprach1. Sturm 2 betrachtete in seiner Arbeit über den Kieslingswalder Sandstein die Priesener Schichten als Scaphitenzone und stellte dementsprechend die Teplitzer Schichten an die obere Grenze der Brongniarti-Zone, worin ihm Flegel3 folgte, während Petraschek4 wieder teils turone teils senone Schichten in ihnen erblickte, sie aber abweichend von Jahn erst mit der Cuvieri-Zone beginnen ließ.

Kommt man in Böhmen in den die Priesener überlagernden Chlomeker Schichten wieder in einen Horizont mit reicher Fauna, so daß Meinungsverschiedenheiten bezüglich ihrer Zugehörigkeit zum Emscher nicht bestehen, so kompliziert sich die Altersfrage um so mehr in Sachsen, wo die in den hängendsten Schichten auftretenden Arten eine sehr viel geringere Zahl erreichen. Ein wirklich charakteristischer Leithorizont mit nicht mißzudeutender Fauna wie in Böhmen ist hier nicht vorhanden. Auf Grund der Versteinerungen hat Petrascheck5 diese jüngsten Schichten, den sächsischen Überquader zum Emscher gestellt, wogegen Credner im Einverständnis mit den Geologen der sächsischen Laudesaufnahme auch in der letzten Auflage seiner Elemente der Geologie noch an der Zugehörigkeit des Überquaders zum obersten Turon festhält. In der schon zitierten späteren Arbeit ist Petraschek noch einmal für seine Auffassung eingetreten. In der beigegebenen Tabelle sind dementsprechend die tonigen Mergel von Zatzschke der Cuvieri-Zone gleichgestellt, während die Scaphitenzone hier durch die Strehlener Mergel und den oberen Teil der „Brongniarti-Stufe" im Sinne der sächsischen Geologen repräsentiert wird.

[...]

Auszug S. 667f.

Quelle: books.google.com/books?id=dB4RAAAAIAAJ&pg=PA676

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