cenomane Brandungsklippe Gamighübel, Leubnitz

Stand: 17.03.2011
kreidefossilien.de
Der Gamighübel - heute nur eine unscheinbare Erhebung auf einem Feld zwischen Leubnitz, Torna und Goppeln
Zwischen Kauscha und Leubnitz, inmitten eines Feldes, erhebt sich der sogenannte Gamighübel. Der Gamig, einst heidnische Opferstätte, besteht aus einem Granodiorit des Lausitzer Typus. Obwohl die Kuppe nur wenig aus ihrer Umgebung aufragt, so stellt sie dennoch eine beträchtliche Erhebung des cenomanen Meeresbodens dar, da sie selbst noch die Schichten des turonen Labiatus-Pläners durchragt. Abb.: Der Gamighübel - heute nur eine unscheinbare Erhebung auf einem Feld zwischen Leubnitz, Torna und Goppeln

auf Basis der GÜK400 (LfULG Sachsen)
auf Basis der GÜK400 (LfULG Sachsen) - Geologische Übersicht der Gegend am Gamighübel

Geologie: Lausitzer Granodiorit des Gamighübels nebst Umgebung (Erläuterungen)
Darstellung der Daten auf Grundlage der Geologischen Übersichtskarte von Sachsen GÜK400 (1:400.000) des sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Geodaten © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA und WISE (eea.eu).

Durch Steinbruchbetrieb wurden eine Anzahl größerer und kleinerer Höhlungen und Taschen angeschnitten, die mit einem fossilreichen Kalkmergel gefüllt sind. Vom Alter her sind diese Mergel ebenfalls dem obersten Cenoman (Dölzschener Schichten) zuzurechnen.

Durchragung der kreidezeitlichen Sedimente
Durchragung der kreidezeitlichen Sedimente - Petrascheck, 1999, S. 62
Wie beim Hohen Stein, dem Ratssteinbruch, dem alten Bruch an der Heidenschanze, der Klippe in Meißen-Zscheila oder dem Kahlebusch bei Dohna, handelt es sich auch beim Gamighübel (auch Gamighügel) um einen altbekannten Fundpunkt der "Klippenfazies" (Petrascheck 1899). Im Gegensatz zu jenen, befindet er sich allerdings in einem stark verfallenen und verwachsenen Zustand, sodaß von den Brandungstaschen kaum noch etwas zu erkennen ist. Bereits Häntzschel (1933) erwähnte die mangelhafte Aufschlusssituation.

Der Gamighübel steht unter Naturschutz, weshalb sich ein Arbeiten im Anstehenden verbietet. Lesefunde dennoch möglich.

Literatur

Beck, R. & Hazard, J. 1893.
Erläuterungen zur geologischen Specialkarte des Königreichs Sachsen: Section Dresden, Blatt 66: 1-102. E-BOOK

Häntzschel, W. 1933.
Das Cenoman und die Plenus-Zone der sudetischen Kreide - Abhandlungen der Preußischen Geologischen Landesanstalt, Neue Folge Berlin 150: 1-158. E-BOOK

Petrascheck, W. 1899.
Studien über Faciesbildungen im Gebiete der sächsischen Kreideformation - Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft ISIS (Warnatz & Lehmann) Dresden 15 (1899): 31-84. E-BOOK

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  • Engelhardt, 1885. Die Crednerien im unteren Quader Sachsens
  • sächsische-kreide.de: Infoblatt 11/12-2010 erschienen
  • Schlönbach, 1868. Kleine paläontologische Mittheilungen - III. Die Brachiopoden der böhmischen Kreide
  • Novák, 1887. Studien an Echinodermen der Böhmischen Kreideformation. I.
  • Dresden-Coschütz: Tunnelbau
  • Coschütz: Heidenschanze
  • Velenovsky, 1887. Neue Beiträge zur Kenntnis der Pflanzen des böhmischen Cenomans
  • Forschung: neue Veröffentlichungen zur Kreide
  • Ettingshausen, 1867. Die Kreideflora von Niederschoena in Sachsen

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