Elbtalkreide 2009/2010 - Recherchen über mögliche Fundorte in Dresden und Umgebung: Teil II - Fundorte die durch die OPAL aufgeschlossen werden

kreidefossilien.de
Geologische Übersichtskarte (LfULG): Aufschlüsse in der Elbtalkreide 2009/2010: Teil 2
Recherchen und Ergebnisse zu möglichen Fundorten in der sächsischen Elbtalkreide im Jahr 2009 und 2010 - Teil II. Der erste Teil ist unter News-Aufschlüsse in der Elbtalkreide zu finden. Abb.: Geologische Übersichtskarte (LfULG): Aufschlüsse in der Elbtalkreide 2009/2010: Teil 2

Abstract

The OPAL - Ostseepipeline-Anbindungsleitung (Baltic Sea Pipeline Link) - is a offshore project between Lubmin near Greifswald and Olbernhau at the czech border (Ore Mountains). With a length about 470km the Pipeline will connect the onshore-pipeline Nord Stream with the european natural gas network. A first construction approval have been expressed on July 15th for 50km between Olbernhau and Reinsberg (near the motorway A4) in the south of Saxony (no cretaceous).
'The route may will cut the saxonian cretaceous at two places. In the north of the Elbevalley (Meissen/Dresden) nearby the former and historical railroad tunnel Oberau - it's a former outcrop described and profiled already by H.B. Geinitz in 1839.
The second possible "creatceous-cut" is in the Tharandt forest area near Niederschöna. Details for this area described by T. Göhler in the comments section of this page. The project OPAL will start in 2009 and will be finished in 2011.

Projekt OPAL - Ostsee-Pipeline Anbindungsleitung

"Der Pipelinebau der OPAL soll insbesondere in den Jahren 2009 und 2010 erfolgen"  - Baustart ist 2009 - gleichzeitig an mehreren Abschnitten.

(Quelle: opal-pipeline.com)

OPAL
OPAL - Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung
Innerhalb des Gesamtprojektes NORD STREAM, ein Transportsystem von Russland in die Europäische Union spielt die Onshore-Leitung OPAL eine zentrale Rolle auf deutschem Boden. Sie verbindet die Offshore-Ostseepipeline mit Tschechien.

Die Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung verläuft ab Lubmin (Greifswald) durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg , östlich von Berlin und endet an der sächsisch-tschechischen Grenze bei Olbernhau (mittleres Erzgebirge). Insgesamt hat die Erdgastrasse - bei derzeitigem Planungsstand - eine Länge von 470 Kilometer [1].

Grafik: OPAL Trassenverlauf in Deutschland; Quelle: opal-pipeline.com [1]

Darstellung der Daten auf Grundlage von Geodaten © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA, WISE (eea.eu), WINGAS GmbH & Co. KG. 2009.

Die Erdgasleitung wird unterirdisch verlegt. Die Rohre haben einen Durchmesser von 1,40 Meter und werden von etwa einem Meter Erde bedeckt [1]. Gute Ausgangsbedingungen, um anstehende Schichten anzuschneiden.

OPAL in Sachsen - in der sächsischen Kreide

Bereits im 2008 untersuchte das sächsische Landesamt für Archäologie den Untergrund eines 6 Meter breiten Streifens entlang der zukünftigen Trasse [3]. Es wurden bereits 40 Kilometer archäologisch untersucht. Begonnen wurde im März 2008 an der Grenze von Brandenburg zu Sachsen bis an das Elbtal bei Weinböhla, so das Landesamt [3].

OPAL in Sachsen
OPAL in Sachsen - Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung in Sachsen

Darstellung der Daten auf Grundlage der Geologischen Übersichtskarte von Sachsen GÜK400 (1:400.000) des sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Geodaten © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA, WISE (eea.eu), WINGAS GmbH & Co. KG. 2009.

Abbildung oben: Die OPAL (rot gepunktet) in der sächsischen Kreide (grün). DIe OPAL durchquert die Elbtalkreide in deren nördlichsten Ausläufern bei Oberau/Niederau und Weinböhla/Coswig und quert die Elbe bei Neusörnewitz. Im Bereich des Tharandter Waldes/Niederschöna bei Freiberg befinden sich Erosionsreste, die ebenfalls bei der geplanten Trassenführung angeschnitten werden könnten.

OPAL bei Weinböhla
OPAL bei Weinböhla - Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung bei Weinböhla

Darstellung der Daten auf Grundlage der Geologischen Übersichtskarte von Sachsen GÜK400 (1:400.000) des sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Geodaten © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA, WISE (eea.eu), WINGAS GmbH & Co. KG. 2009.

Abbildung oben: Die Trasse (hier blau) im nördlichsten Teil der Elbtalkreide. Unweit des ehemaligen Eisenbahntunnels Oberau verläuft die OPAL durch Niederau, Sörnewitz, quert die Elbe und "macht" einen Knick in Richtung Cossebaude/Niederwartha (geologische Profil von 1931).

Abbildung unten: Geologische Karte im Maßstab 1:20.000. Die OPAL an der B173 bei Niederschöna (Freiberg) schneidet die cenomanen Sedimente. Es muss nochmals erwähnt werden, dass die Darstellung hier auf Grundlage der digitalen Geologischen Übersichtskarte von Sachsen 1:400.000 (200:000) basiert und damit naturgemäß wenig detailliert ist. Genaue Untersuchungen des Gebietes stammen von T. Göhler und sind auf kreidegeologie.de zu finden.

OPAL bei Niederschöna, Tharandter Wald
OPAL bei Niederschöna, Tharandter Wald - Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung bei Niederschöna

Darstellung der Daten auf Grundlage der Geologischen Übersichtskarte von Sachsen GÜK400 (1:400.000) des sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Geodaten © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA, WISE (eea.eu), WINGAS GmbH & Co. KG. 2009.

Zusammenfassung

Während in Mecklenburg-Vorpommern das Planfestellungsverfahren bereits im Februar 2008 eröffnet wurde [4], konnte in Brandenburg das Raumordnungsverfahren [2] erst 2009 abgeschlossen werden - mit ansschließend folgendem Planfestlellungsverfahren. Auch in Sachsen konnte mit dem Planfeststellungsverfahren begonnen werden und steht laut Betreiber kurz vor dem Abschluss [1], d .h. es ist wahrscheinlich, dass es, wie angekündigt dieses Jahr zum Beginn der Bauarbeiten kommt.

Sollte das der Fall sein, bleibt sicherlich nur ein kleines Zeitfenster die Baustellen zu begehen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Trasse parallel an mehreren Orten gleichzeitig gebaut werden soll. Zu diesem Zweck wurden bereits mehrere Rohrlager errrichtet. Ein solches Lager befindet sich an der B173 zwischen Dresden und Freiberg in Niederschöna.

Bearbeitungsstand OPAL zwischen Gewerbegebiet Niederschöna (B 173) und Oberschaar - Haida am 27.09.2009

 

Timo Göhler, Freiberg  (www.sächsische-kreide.de)

 

Bereits aus großer Entfernung kann man das durch den Einsatz von zwei bis drei Baggern an mehreren Punkten gleichzeitig vorangetriebene graubraune Band, welches sich über die Feldkuppen hinzieht, erblicken. Derzeit wird im Untersuchungsgebiet lediglich die wertvolle Ackerkrume abgetragen und als unendlich erscheinender Wall seitlich angehäuft.

 

Rohrlager Niederschöna

Abb. 1: Teil des Rohrlagers im Gewerbegebiet Niederschöna an der Zufahrt zur B 173

(Foto: T. GÖHLER 27.09.2009)

 

Aus Richtung Niederbobritzsch (Biotitgranit von Niederbobritzsch) kommend, quert die Trasse die B 173 zwischen Gewerbegebiet Freiberg Ost und Naundorf (Biotitgneis). Von der Bundesstraße 173 aus ist  die Trasse erst wieder 1000 m westlich des Gewerbegebietes Niederschöna zu erkennen. An der Falkenberger Straße (Abb. 2) hinter dem Gewerbegebiet Niederschöna bis kurz vor Oberschaar wurden während der heutigen Begehung 40 Koordinatenpunkte mit vorläufigen Aufschlussbeschreibungen (Planie- und geplante Feldstreifen) gesetzt. Der nach Norden gerichtete Planievortrieb endet mit Stand vom 27.09.2009 am Fliegerdenkmal auf den Feldern nordwestlich von Niederschöna.

 

OPAL Streckenabschnitt westlich Niederschöna

Abb. 2: Streckenabschnitt an der Falkenberger Straße westlich des Gewerbegebietes Niederschöna
(Foto: T. GÖHLER 27.09.2009)

 

Ein Aufschlussbereich von etwa 500 m Länge tangiert 1000 m nordwestlich des Gewerbegebietes Niederschöna ein isoliertes Schottervorkommen der Niederschöna-Formation. Hier wurden lokal dicht gepackte Flussgerölle in grauweißer Kaolintonmatrix oberflächig angeschnitten (Abb. 3). Es bleibt zu hoffen, einen instruktiven Einblick wenigstens auf den Bereich einer intakten Schotterbasis zu bekommen, welche hier aus rotverwittertem Biotitgneis besteht. Weiter nördlich bis Oberschaar steht wieder Biotitgneis ohne Kreide an.

 

Flächenanschnitt cenomaner Flussgerölle

Abb. 3: Anschnitt fluvialer Gerölle des cenomanen Niederschönaer Flusses westlich Niederschöna
(Foto: T. GÖHLER 27.09.2009)

Der nächste Planieabschnitt ab Oberschaar – Haida schneidet neben fluvialen Sedimenten der Niederschöna-Formation auch die marinen Bildungen der Oberhäslich- und Mobschatz-Formation an. Letztere bilden Strand- bis Vorstrandbildungen, die in der Oberhäslich-Formation auf Grund der Lage zur Mündung des cenomanen Niederschönaer Flusses lokal ästuarin ausgebildet sind.

Quellen & weiterführende Links:

  1. offizielle Projektseite OPAL
  2. Wikipedia-Eintrag zu OPAL
  3. Archäologische Voruntersuchungen an der Trasse in Sachsen
  4. Bergamt MV zur OPAL
  5. Download Hoch- und Rechtswerte der Punkte (aktualisiert - über 9500 Datenpunkte) (Quelle: opal-pipeline.com)
  6. Karten zur OPAL-Trasse in höherer Auflösung (mindestens 1280px Breite)
  7. 15.7.2009: erste Baugenehmigung für 50km zwischen Olbernhau und Reinsberg in Sachsen
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M. Fengler
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Re: Elbtalkreide 2009/2010 - Recherchen über mögliche Fundorte in Dresden und Umgebung: Teil II -
Antwort #5 am: Freitag, den 06.05.2011 um 22:11:42 Uhr
Ich habe den Status einiger Kommentare auf dieser Seite auf unveröffentlicht gestellt, da diese ungekürzte Originaltexte aus der Tagespresse enthalten (Stichwort Urheberrecht).
Markus
Posts: 5
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Re: Elbtalkreide 2009/2010 - Recherchen über mögliche Fundorte in Dresden und Umgebung: Teil II
Antwort #4 am: Freitag, den 11.09.2009 um 20:08:24 Uhr
Im Norden von Sachsen geht es zu erst los:
"Die [...] erteilte Genehmigung der Landesdirektion in Dresden gilt für den Abschnitt zwischen Weißig a. Raschütz unmittelbar an der Landesgrenze zu Brandenburg und der Stadt Wilsdruff südlich der Bundesautobahn A 4 [...]"
Zitat von http://www.opal-pipeline.com/public/de/aktuelles/Nachricht28.html
Markus
Posts: 5
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Re: Elbtalkreide 2009/2010 - Recherchen über mögliche Fundorte in Dresden und Umgebung: Teil II
Antwort #3 am: Montag, den 08.06.2009 um 16:58:52 Uhr
So, einige Vorträge fanden heute Mittag planmäßig statt.

Eine Zusammenfassung des Vortrages zur eigentlich Festlandstrasse in Deutschland meinerseits.

Der Onshore-Bereich in Deutschland, Projekt OPAL, wird von WINGAS gebaut und soll bis Ende 2011 fertig gestellt sein.
In Sachsen (100km) und Mecklenburg-Vorpommern (100km) stehen die Planfeststellungsverfahren vor dem Ende - der Bau kann also noch dieses Jahr erfolgen.
An bis zu 14 Abschnitten ("Lose") werden bis zu 2000 Bauarbeiter gleichzeitig arbeiten, d.h. der Aushub der Gräben, Schweißen der Rohre, etc. findet an mehreren Stellen gleichzeitig statt.

Die Rohre sind mit 1,40 Meter Durchmesser (knapp 23mm Wandstärke) die größten bisher in Deutschland verlegten Pipelinerohre.
Sie werden mit einer Mindestdeckung von einem Meter in den Boden eingelassen, d.h. eine Graben von locker 2,50 Meter Tiefe und 2 Metern Breite wird entstehen.
An sogenannten Sonderbauten, Flussquerungen, Strassen, etc. gegebenfalls tiefer.
Aller 10 bis 15 Kilometer wird eine Sperranlage (unterirdisch) gebaut.

Eine Schneise entlang der Trasse wird zwischen 30 Meter(Wald) und 36 Meter (Feld) breit sein.
Nach Aussage eines Mitarbeiters können angeblich 500 bis 1000 Meter pro Tag verlegt werden (Ein Rohr hat die Länge von 18 Metern).

Der für die Bauausführung verantwortliche Ingenieur heißt Michael Muth (Fachbereichsleiter).
Exkursionen zu den Baustellen sollen ebenfalls angeboten werden (Verdichteranlage, Sperranlagen,...).
Die Querung der Elbe soll technisch sehr interessant werden.

Bei genügend großer Gruppe können auch außerplanmäßige Exkursionen stattfinden, so ein Mitarbeiter mir gegenüber.

Mehr fällt mir dazu momentan nicht ein.

Grüße
Markus
T. Göhler
Posts: 1
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Geplanter Profilanschnitt Oberschaar
Antwort #2 am: Freitag, den 29.05.2009 um 22:41:44 Uhr
Durch die geplante Trasse wird folgendes Profil angeschnitten: Liegendes: Biotitgneis, Rotverwitterung, fluviale Niederschöna-Formation: (Grundschotter, Kiessandstein, Sandsteine mit Tonlinsen und zwei Steinkohlenlager, Dünensandsteine, Oberhäslich-Formation: Transgressionskonglomerat, glaukonithaltiger "Unterquader"-Sandstein, Mobschatz-Formation: glaukonithaltige Schluff- und Tonsteine Dölzschen-Formation: plenus-Basalton, Pennricher Sandstein, Plänersandstein. Auf dieser Linie existiert der Faziesübergang von Oberhäslich- zu Mobschatz-Formation. Die marinen Schichten in diesem Faziesübergangsbereich sind fast durchweg fossilarm bis steril (siehe Stratigrafisches Schema in www.sächsische-kreide.de). Funde sind hier im Unterquader und Pennricher Sandstein möglich. Bestehen Fragen zur genauen geologischen Situation der Kreide im Anschnitt Oberschaar, dann helfe ich gern weiter. Bemerkung: Vorerst sind leider keine Informationen hierzu auf meiner Homepage abrufbar.

Mit herzlichem Glück auf!
Timo Göhler
Markus
Posts: 5
Kommentar
Re:
Antwort #1 am: Donnerstag, den 28.05.2009 um 21:44:10 Uhr
Wer weitere Informationen dazu hat, bitte melden! Danke

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