Bergt, 1901. Der Plänerkalkbruch bei Weinböhla

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Walther Bergt: Plänerkalkbruch in Weinböhla
Walther Bergt, 1901. Der Plänerkalkbruch bei Weinböhla. - Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft ISIS (Warnatz & Lehmann) Dresden 15 (1900-1903): 37-46. Abb.: Walther Bergt: Plänerkalkbruch in Weinböhla

[...]
Bekanntlich verläuft auf der rechten Elbseite von Oberau bei Meissen über Weinböhla, Hohnstein und Saupsdorf in Sachsen, Sternberg und Khaa in Böhmen bis zum Jeschkengebirge die sogenannte Lausitzer Hauptverwerfung. Das ist ein Bruch, an dem sich die getrennten Gebirgstheile gegen einander bewegt haben. Dabei ist zunächst, relativ betrachtet, der nordöstliche Theil vertical nach oben, zum Theil auch seitlich nach SW. über den anderen Theil hinübergeschoben worden, so dass die hierin Betracht kommenden jüngeren Kreideschichten (Quadersandstein, Pläner und Kalk) tiefer, an den Bruchrändern geradezu unter den älteren Bildungender nordöstlichen Hälfte liegen. Die Geologie ist wohl nie in der glücklichen Lage, derartige Bruchlinien ununterbrochen zu beobachten. Auch hier bei dieser Verwerfung gewährten nur einzelne, oft weit aus einanderliegende Punkte durch günstige Aufschlüsse unmittelbaren Einblick. Und das war für die Lausitzer Haupt Verwerfung seit fast einem Jahrhundert in den Kalkbrüchen von Weinböhla der Fall. Hier konnte man ausserdem bis zuletzt und in der ausgezeichnetsten und klarsten Weise eine häufige Begleiterscheinung von Verwerfungen beobachten, nämlich die Aufrichtung geschichteter Gesteine an solchen Verwerfungsklüften aus der ursprünglichen horizontalen in eine mehr oder weniger steile Lage.

Der Abbau des Weinböhlaer Plänerkalkes, welcher der turonen Stufe des Inoceramus Brongniarti angehört, hat 1823 in den nordwestlichen Theilen der Kalkscholle begonnen und ist immer mehr nach Südosten gerückt. In jenen war der hinter und über dem Kalk liegende Syenit sichtbar, wie die bunte Carus'sche Zeichnung bei Weiss (Litt. No. 3, Taf. VII) vortrefflich vorführt. In letzter Zeit wurde nur noch im südöstlichsten Theile gebrochen. Hier ist man an der nordöstlichen Wand nicht bis anden Syenit gekommen. Tafel I giebt die Verhältnisse Mitte der neunzigerJahre wieder. Fig. 1 zeigt den Bruch von dem Wege aus, der an der südwestlichen Seite entlang von KW. nach SO. läuft. Auf der rechten Seite, etwa rechtwinkelig zur Bildfläche befindet sich die Wand der Fig. 2 und in der Mitte von Fig. 1 deutet ein weisses Kreuz die von Kalkowsky beschriebenen Sandsteingänge an (Litt. No. 34), welche in Fig. 3 etwas grösser dargestellt sind. Sie verlaufen etwa rechtwinkelig zur Bildfläche, rechtwinkelig zur Verwerfung und parallel zur Wand. Fig. 2 lässt deutlich die Umbiegung der Kalkbänke aus der horizontalen Lage in die senkrechte erkennen. Die Grenze zwischen dem Pläner und Haidesand tritt deutlich hervor. [...]

Auszug S. 37f.

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