Fischer, 1856. Die Fischreste aus den Plänerschichten von Plauen, Strehlen, Weinböhla und Grosssedlitz

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C.E. Fischers Fischreste
C. E. Fischer, 1856. Die Fischreste aus den Plänerschichten von Plauen, Strehlen, Weinböhla und Grosssedlitz. Allgemeine deutsche naturhistorische Zeitung (Zeitschriftenband N.F.2.1856 + Literaturblatt 1856): 134-145. Abb.: C.E. Fischers Fischreste

Die Fischreste aus den Plänerschichten von Plauen,
Strehlen, Weinböhla und Grosssedlitz.

Von C. E. Fischer

Unter den oben angeführten Localitäten der oberen und mittleren Kreideformation zeichnet sich rücksichtlich der organischen Einschlüsse besonders Plauen bei Dresden aus; hier liegt eine Fülle vorweltlicher Organismen in den Schichten des unteren Pläners und den mitvorkommenden Conglomeraten, sowie in den Spaltausfüllungen des sogenannten Muschelfelsens, begraben , wie es wohl keine bis jetzt aufgeschlossene Fundstätte unseres sächsischen Vaterlandes autzuweisen hat. Ja, wer wollte zweifeln, dass wohl der grösste Theil unserer Kreidefauna gerade Plauen entnommen ist. So wie in diesem reizenden Grundeder gefühlvolle Freund der Natur immer neue Abwechselungen in der Scenerie, im Grotesken, wie im malerisch Idillisehen für das Augefindet, eben so findet der Forscher jeder Wissenschaft Bereicherung für sein Wissen. Der Botaniker Weiss hier ein seltenes verborgenes Pflänzchen zu suchen. Der Entomolog kehrt selten nach Hause zurück, ohne des Interessanten etwas geschöpft zu haben. Der Mineralog schätzt ihn wegen der in seinen Felsmassen vorkommenden Krystallisationen und der Palaeontolog kennt sehr gut die Stellen, die ihm eine lohnende Ausbeute gewähren. Betrachten wir nun die dem Syenit aufgelagerte Formation genauer, so finden wir den unteren Planer mit seinen Aequivalenten vertreten, wie sie in den aufgeschlossenen Stellen zu beobachten sind. Im Thale selbst ist nicht nach dem Pläner zu suchen,wenn ja etwas davon vorkommt, so findet es sich niemals als Schicht-ung, sondern stets nur in von oben herabgespültem Gerölle, Welches durch Diluvial- und Alluvialfluthen verursacht wurde, und kann nicht durch jene Wassermassen herbeigeführt worden sein, die unsere ganze Gegend als Kreidemeer einst bedeckten. Zu der Zeit, als sich deruntere Pläner niederschlug, muss der hier befindliche Meeresgrund ziemlich eben gewesen sein. Wiederholte gewaltsame Catastrophen durch das Empordringen der Basaltmassen des Cottaer Spitzberges, des Wilisch, der Basalte bei Tharand, des Melaphires von Plauen u. a. m. spalteten und hoben den Meeresboden, gaben dem Elbthal und den in dasselbe einmündenden Seitenthälern ihre jetzige Beschaffenheit und Lage.

Der untere Pläner ist daher auch nur auf den Höhen zu beiden Seiten des Plauenschen Grundes zu finden; und hauptsächlich ist es der sogenannte Zwickpläner der bis zu einer Mächtigkeit von 12-16' die andern Schichten überlagert. Er ist fast gänzlich versteinerungsleer und wird, da er sehr feinkörnig und fest ist, als Baumaterial benutzt. [...]

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