Jahn, 1905. Einige neue Fossilienfundorte in der ostböhmischen Kreideformation

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Jahn, 1905: Aufschlüsse in der tschechischen Kreide Anfang des 20. Jahrhunderts
Jaroslav Jahn, 1905. Einige neue Fossilienfundorte in der ostböhmischen Kreideformation - Jahrbuch der kaiserlich-königlichen geologischen Reichsanstalt (Lechner) Wien 54 (1): 75-90. Abb.: Jahn, 1905: Aufschlüsse in der tschechischen Kreide Anfang des 20. Jahrhunderts

Einige neue Fossilienfundorte in der ostböhmischen Kreideformation.

Von Jaroslav J. Jahn.

Während meiner Aufnahmsarbeiten im Gebiete der ostböhmischen Kreideformation habe ich zahlreiche neue Fossilienfundorte entdeckt, von denen ich einige wichtigere in den vorliegenden Zeilen besprechen will.

Ich bemerke gleich hier, daß ich nur einen Teil der weiter unten angeführten Fossilien selbst bestimmt habe; ein Teil der Bestimmungen rührt vom Herrn Dr. W. Petras check, ein anderer vom Herrn J. V. Zelfzko her.

Den beiden Herren zolle ich für die freundliche Bestimmung der Kreidefossilien aus meinem Aufnahmsgebiete meinen verbindlichsten Dank.

I. Cenoman.

Im Gebiete des Kartenblattes Reichenau—TyniS€ (Zone 5, Kol. XIV), südlich von der von K. Hinterlechner beschriebenen archäischen Insel von Pottenstein'), treten zwischen Cuclava und Cerny les cenomane Schichten zutage. Sie sind bei Häjek in großen Steinbrüchen aufgeschlossen, in denen der cenomane Quader zu Bau- und Steinmetzzwecken gewonnen wird.

Dieses Vorkommen von Cenoman ist auf der alten Karte nicht ausgeschieden. Auch in den Erläuterungen zu dieser alten Karte2) wird dieses Cenoman mit keinem Worte erwähnt.

Die cenomanen Schichten bestehen in diesem Gebiete aus grobbis feinkörnigen Quarzkonglomeraten, die stellenweise eisenschüssig sind, aus weißen und gelblichen Quadersandsteinen, hauptsächlich aber aus grob- bis feinkörnigen, zumeist dunkelgrünen, glaukonitischen Sandsteinen.

In den Steinbrüchen bei Hájek bilden in der Tiefe von 15 m das Liegende der besprochenen Quadersandsteine dunkelgraue Letten und Tone mit unbestimmbaren, zum Teil verkohlten Pflanzenresten, schwachen Lignitschmitzen und Succinit (Perucer Schichten). Diese Lignitvorkommnisse haben in der dortigen Gegend wiederholt zu selbstverstandlich aussichtslosen Schürfungen nach Kohle Veranlassung gegeben (so zum Beispiel bei Prorub, bei Vrbice u. a. m.).

Auf den Kluftwänden der Quadersandsteine bei Hájek finden sich öfters Quarzkristalle, Kalksinter und tropfsteinartige Gebilde, im Sandsteine selbst zahlreiche knollige bis kugelige Pyrit- und Limonitkonkretionen, mitunter konzentrischschalige, gelblichbraune Limonitkonkretionen, auch Pseudomorphosen von Brauneisenstein nach Pyrit (Hexaeder).

Der feinkörnige, helle, gelbliche Quadersandstein zeigt an einer Stelle kugelige Absonderung, die Kugeln am Querbruch sehr scharfe, regelmäßige, konzentrische Entfärbungsringe.

Der Glaukonitsandstein von Hájek enthält zahlreiche Fossilien der Korycaner Schichten. Der Verwalter dieser Steinbrüche, unser Korrespondent Herr Förster Jos. Ed. Kny in Hájek, der sich als eifriger und sachkundiger Sammler dieser Fossilien erwiesen, hat sowohl der k. k. geol. R.-A. als auch der k. k. böhmischen technischen Hochschule in Brünn große Mengen von Versteinerungen nicht nur aus dem Glaukonitquader von Hájek, sondern auch aus dem Pläner der dortigen Gegend gewidmet.

Fossilien aus dem Glankonitsaudstein von Hájek. [...]

Quelle: http://www.google.com/books?id=DVg8AAAAIAAJ&pg=PA75

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