Petrascheck, 1902. Die Ammoniten der sächsischen Kreideformation

Amaltheidae Fischer.
Placenticeras Meek.Es war üblich geworden, lediglich auf Grund oberflächlicher habitueller Uebereinstimmungen recht verschiedene Arten zudieser Gattung zusammenzufassen. Erst neuere Untersuchungen, namentlich die Arbeiten Sarasins und Kossmats haben eine dankenswerte Klärung angebahnt. Unsere beiden sächsischen Arten sind typische Placenticeras aus der Gruppe des Placenticeras placenta Dekay. Discusförmige Gestalt, bedeutende Involubilität, ein enger, tiefer Babel, eine zugeschärfte Aussenseite, die an der Peripherie abgestumpft ist und ein Externsattel, der nach bisher üblichen Annahme durch 2-3 tiefe Secundäreinschnitte zertheilt ist, sind dieser Gattung eigenthümlich.
Placenticeras Memoria-Schlönbachi Laube u. Bruder.
1839. Ammonites Lewesiensis (Mant.), Geinitz: Charateristik der Schichten und Petrefacten des sächsischen Kreidegebirges, pag. 39, Taf. 13, Fig. 4 ex parte.
1849. Ammonites bicurvatus (Mich.), Geinitz: Das Quadergebirge in Deutschland, pag. 112, Taf. 9, Fig. 2.
1871-75. Ammonites cf. bircuvatus (Mich.), Geinitz: Das Elbthalgebirge in Sachsen. Palaeontographica, Bd, 20, pag. 188, Taf. 34, Fig. 3.
1887. Placenticeras Memoria-Schlönbachi, Laube u. Bruder: Ammoniten der böhmischen Kreide. Palaeontographica, Bd. 33, pag. 221, Taf. 23, Fig. 1.Die Möglichkeiten, dass die von ursprünglich als Lewesiensis, später, wenn auch mit Vorbehalt als bicurvatus beschriebenen, durch starke Involubilität ausgezeichneten, scheibenförmigen Ammoniten zu obiger, von Laube und Bruder aufgestellten Art gehören, wurde bereits von diesen beiden Autoren in Betracht gezogen. Da jedoch dieAbbildungen Geinitz’s ebenso wenig wie seine Originale, welche eine raue, nicht gut erhaltene Oberfläche aufweisen, diefür diese Art bezeichnenden Stecknadelkopfgrossen Knötchen in der Umgebung des Nabels zeigen, war daran die wahrscheinliche Zugehörigkeit zu Placenticeras Memoria-Schlönbachi nicht zu entscheiden. Ein glücklicher Fund des Lehrer Ebert lässt die genannten Knötchen am Rande des engen, tief eingesenkten Nabels erkennen, sodass die Identität mit der Art Laube u. Bruders ausser Zweifel ist.
Die Zurechnung dieses Ammoniten zu Desmoceras bicurvatum Mich. ist ganz ausgeschlossen, einmal wegen der grösseren Dicke der Umgänge dieser Art, während diejenigen der unsrigen stets flach und pfeilförmig im Querschnitt sind, vor allemaber wegen der ganz verschiedenen Sutur. Wie beistehende Abbildung zeigt, löst sich bei unserer Art der Externsattel in dreiselbstständige Sättel auf, während er dort etwas unsymmetrisch zweitheilig ist.
Ein Exemplar erreicht bei 185 mm Durchmesser 42 mm grösste Dicke, andere, flachere, dürften Kompression erlitten haben.Die Umgänge umfassen sich bei erstgenanntem zu 4/5 und lassen einen Nabel von 45 mm Durchmesser frei. [...]Auszug S. 3

