Počta, 1883. Beiträge zur Kenntniss der Spongien der böhmischen Kreideformation. I. Abtheilung: Hexactinellidae

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F. Pocta: Erster Teil seiner Arbeit über die Schwämme der Kreide
Filip (Philipp) Počta, 1883. Beiträge zur Kenntniss der Spongien der böhmischen Kreideformation. I. Abtheilung: Hexactinellidae. Abhandlungen der königlichen böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften (königl. böhmische Gesellschaft der Wissenschaften) Prag: 5-42. Abb.: F. Pocta: Erster Teil seiner Arbeit über die Schwämme der Kreide

EINLEITUNG.

Mit der Monographie des H. Prof. K. A. Zittel „Studien über fossile Spongien“ (in den Abhandl. der k. bayer. Akad.) ist eine neue Epoche sowohl in dem System als auch in der Art der Beschreibung der fossilen Spongien eingetreten. Denn während man vor Zeiten die Spongien, jene so ausserordentlich veränderlichen Organismen, nur nach der äusseren Form zu beschreiben und auf Grund dieser Beschreibungen Systeme zu bauen sich bemühte, schlug Zittel in oberwähnter Publikation auf Grund seiner eigenen Arbeit, so wie jener seiner Vorgänger Sollas, Marshall, Schmidt, Carter u. a. einen neuen Weg ein, indem er die äussere Form der fossilen Schwämme als ein sekundäres Merkmal hinstellte und das grösste Gewicht auf die innere Struktur der Spongienüberreste legte.

Dass dies eine sehr grosse und wichtige Errungenschaft der beschreibenden Palaeontologie ist, wird Jedem einleuchten, der sich mit diesem Zweige der ausgestorbenen Fauna befasste und die Spongien nach den alten Systeınen und alten Diagnosen zu bestimmen sich bemühte.*)

Demnach ist an uns die Verpflichtung herangetreten, alle bisher bekannten Spongien nach diesen inneren Merkmalen von neuem zu untersuchen und zu trachten, sie in das durch Zittel aufgestellte System einzureihen.

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*) Es muss zwar zugegeben werden, dass dadurch die Bestimmung der Spongien wesentlich erschwert und somit manchem Laien, der nicht über nöthige optische Instrumente verfügt, die Gelegenheit vollkommen genommen wird, die gefundenen versteinerten Schwämme sich selbst zu bestimmen; es ist aber das ein unvermeidliches Übel, dem wir fast in allen anderen Zweigen der Naturgeschichte, ja sogar auch anderenorts in der Palaeontologie selbst begegnen. Ich verweise nur auf Radiolarien und Foraminiferen, auf die in sehr verschiedenen Ordnungen der Petrefaktenkunde nöthigen Dünnschliffe u. and., die insgesammt eine mikroskopische Untersuchung voraussetzen.
Es ist wohl kein triftiger Grund vorhanden, dass man jene Methode, die bei der Beschreibung der noch lebenden, oft mit den versteinerten in naher Verwandschaft stehenden Schwämme so erfolgreich sich bewährt hatte, auch bei den fossilen nicht anwenden dürfte, umsoweniger, als wir sehon aus der Zoologie uns von der ungemein veränderlichen äusseren Form dieser Thiereüberzeugen können.

Quelle: http://kramerius.lib.cas.cz/kramerius/PShowPageDoc.do?id=1213417

Teil II: Lithistidae & Teil III: Tetractinellidae, Monactinellidae, Calcispongiae, Ceratospongiae, Nachtrag

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