Reuss, 1853. Über Clytia leachi Rss. - einen langschwänzigen Dekapoden der Kreideformation

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A.E. Reuss über Enoploclytia leachi aus Sachsen, Böhmen und England
August Emanuel Reuss, 1853. Über Clytia leachi Rss. - einen langschwänzigen Dekapoden der Kreideformation. Sonderabdruck aus Denkschriften der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Classe Wien 6: 1-10. 5 Tafeln. Abb.: A.E. Reuss über Enoploclytia leachi aus Sachsen, Böhmen und England

ÜBER CLYTIA LEACHI Rss.,
EINEN
LANGSCHWÄNZIGEN DEKAPODEN DER KREIDEFORMATION.
VON PROF. Dr. A. EM. REUSS ZU PRAG,
wirklichen Mitgliede der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften

(MIT V TAFELN.)

(VORGELEGT IN DER SITZUNG DER MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHEN CLASSE AM XXI. MAI MDCCCLII.)

In den Schichten der böhmischen Kreideformation ist nächst Callianassa antiqua Otto, welche in den der oberen Kreide angehörigen Sandsteinen des nordöstlichen Böhmens (Chotzen, Schirmdorf, Triebitz u.s.w.) in Menge angetroffen wird, die obengenannte Species die häufigste unter den wenigen in ihnen bisher gefundenen Crustaceen. Sie scheint den kalkigen Schichten, die unter dem Namen „Plänerd oder Plänerkalk" bekannt sind und dem mittleren Quadermergel Geinitz's (dem terrain turonien 0rbiginy`s) angehören, eigenthümlich zu  sein. Wenigstens habe ich sie bisher noch in keinen anderen Schichten zu entdecken vermocht.

Die ersten Beste derselben wurden von Mantelk aus der weissen Kreide von Lewes und von Houghton in Western-Sussex beschrieben und abgebildet unter dem Namen von Astacus Leachii (Mantell, The fossiles of the South Downs, 1822, p. 221-223; Taf. 29, Fig. 1, 4; Taf. 30, Fig. 1, 2; Taf 31, Fig. 1-4).

Am deutlichsten und mit den böhmischen Resten ganz übereinstimmend sind die Scheeren (Taf. 29, Fig. 1, 4; Taf. 31 , Fig. 4). Taf. 29, Fig. 4, stellt die Scheere eines sehr grossen Individuums dar; Taf. 30, Fig. 2 und Taf. 31, Fig. 4, zeigen die beiderseitigen Scheeren neben einander. Von den anderen Gliedern der Scheerenfüsse ist auf den Abbildungen nichts Deutliches zu sehen. 0b die von Mantell hieher gerechnete Fig. 5 der Taf. 29 wirklich hieher gehöre, ist wegen der Krümmung der Scheerenfinger unwahrscheinlich. Taf. 31, Fig. 1, 2, 3 und 4 stellen den Cephalothorax dar, der aber sehr unvollständig erhalten zu sein scheint und auch sehr undeutlich abgebildet ist, so dass sich nicht mit Sicherheitbestimmen lässt, ob diese Theile wirklich dem Astacus Leachii angehören. Am wahrscheinlichsten ist dies noch bei Taf 31, Fig. 3, welche die Querfurchen des Cephalothorax am deutlichsten wahrnehmen lässt. Die Längsfurche auf Taf. 31, Fig.2, ist an den viel besser erhaltenen böhmischen Exemplaren nicht vorhanden und scheint, wenn das abgebildete Individuum wirklich unserer Species angehört, bloss zufällig durch Zusammendriickung entstanden zu sein.

Auszug S. 1

Quellen (Digitalisate):

  1. http://pds.lib.harvard.edu/pds/view/15472092?n=15
  2. http://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=162490716

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