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Hoffmann, 1750. Abhandlung vom Plauischen Grund bey Dresden, und denen daselbst auch einiger andrer Orten dortherum gefundenen versteinerten Sachen

tags: plauenscher grund, muschelfelsen, historie, hoffmann
C.G. Hoffmann über Kreide-Petrefakten aus dem Plauenschen Grund
C.G. Hoffmann über Kreide-Petrefakten aus dem Plauenschen Grund
Christian Gotthold Hoffmann, 1750. Abhandlung vom Plauischen Grund bey Dresden, und denen daselbst auch einiger andrer Orten dortherum gefundenen versteinerten Sachen. Neue Versuche nützlicher Sammlungen zur Natur- und Kunstgeschichte, sonderlich von Ober-Sachsen (Schneeberg) 2 (13): 51-84.

Abstract

§. 6.

Allein, die Felsen meiner Merckwürdigkeiten, sind von ganz anderer Art, und deren einer als die große Seltenheit zu bewundern. Allerseits sind auf der Koschizer Seite, um der Gegend des Weinbergs herum. Der erste ist zwischen diesen Weinberg und dem Dorffe, haussen auf dem Felde. Er ist aus vielen Ursachen merckwürdig I.). Ist er ein sehr mildes klarspeisiges Sand-Gestein, welches, wegen seiner Milde, zum bauen, undauglich ist, auch dort herum hat man seinen Gleichen nicht. 2.) hat er, zu oberst unter dem Rasen, ein Dach oder Schwarte, von schwarzbraunen, eisenschüßigen und etwas festern Sand-Stein, wovon auch etliche Adern, durch den Felß seßen. Ihres äusserlichen eisenhafften Ansehens wegen, habe ich sie am Brennspiegel aufgeschmolzen. Sie haben nur ein braunes und durchsichtiges Glaß gegeben, und habe ich nicht die mindeste Spuhr von Eisen, in dem geschmolzenen angetroffen, welches sich sonsten, bey andern Eisen-Arten, sehr leicht gezeiget; daher sie ihre Härte und Farbe, von etwas anders bekommen haben müssen. 3.) Sind viele Muscheln, sonderlich zu oberst darinnen. 4) Haben diese das besondere, daß niemahlen eine unveränderte Schale mehr darinnen, sondern nur eine Gestalt erhaben, eingedruckt gefunden wird, diese aber, allezeit, mit schwarzen, klaren und glänzenden Hammer-Schlag betäubet, und auf das schönste deutlich ausgedrucket, dashero, sehr schöne anzusehen sind, weil das Gestein gelb, und die Muscheln schwarz sehen, jedoch ist es schade, daß ihrer Zereiblichkeit halber, sie nicht wohl aufbehalten werden können.

[...]

§. 8.

Von diesen Ort, darff man nur weiter fortgehen, bis man nach ohngefehr 80. Schritten, in den letzten Steinbruch gelanget. Andort zeiget sich der dritte, und noch merckwürdigere Felß. Sein Gestein hat mit beyden vorbetrachteten, nicht das mindeste gemein. Es ist zweyerley allda in acht zu nehmen. Erstlich ist der Felß theils aus lauter großen und auch kleinen, Welschen- und Hasel-Nuß gleichen Geschieben zusammen gesezet und bestehet er aus einem braunen eben nicht sonderlich festen Kneuß; Anderns sind sehr viele versteinerte Muscheln allda anzutreffen.
Wenn man den Theil ansiehet, welcher aus lauter Geschieben bestehet, so zeiget sich dieses besondere, daß, wo wegen der Kunde derer Geschiebe, blaß dazwischen gemesen, dieser mit bluthrother eisenhaltiger Erde ausgefüllet, mithin dieses einer aus lauter runden Steinen und rothen Kalch gemauerten Mauer gleich siehet. Es bezweifelt dieses, das dieser Fels, ebenfalls durch die Fluth zusammen geschoben worden. Daher ist zu verwundern, daß in diesen kleinen Bezirck drey besondere Abwechslungen sind, deren jede, nichts von andern hat. In dieser rothen Erde nun sind die allermeisten und zugleich schönsten auch seltsamsten Muscheln, dergleichen sonst in Plauischen Grund nicht gefunden werden. Außerlich sind sie zu solcher rothen Erde, innerlich aber zu grauen Horn, vielmahls aber gänzlich zu rother, verhärteter Erde verwandelt jedoch ihre äußerliche Gestalten, auf das Beste erhalten, öffters werden auch in den Kneuß, Muscheln und manchesmahl mit noch unveränderter, oder zu schönen weisen Spiegel-Spaat versteinerter Schaale gefunden. Und letztere sind die schönsten, weil man die Schaale und Schnecken (Muschel) als welche zu grauen Horn insgemein verwandelt ist, sehr deutlich von einander untercheiden kan. Es ist aber etwas mühsames sowohl aus der Erde als Kneuß die Muscheln ab arbeiten, zerschlagen, und durchsuchen muß. In der Erde zeigen sie sich bald, der Kneuß aber muß in kleine  Stücken zerschlagen werden, wodurch öffters die schönste Muschel in Stücken gehet. Zur Zeit haben diese Neriten, Cochliten, Bucciniten, Trochiten, hauptsächlich Strombiten, Turbiniten, einen Echiniten, eine patellam, tubulos marinos, pectunculitgen und zwar allerseits in unvergl. Gestalt geliefert.
[...]

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