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Schönfeld, 1919. Über einige neue Funde fossiler Hölzer aus der Umgebung Dresdens

tags: schönfeld, liebethaler grund, holz, paläobotanik
G. Schönfeld über kretazische und tertiäre Hölzer
G. Schönfeld über kretazische und tertiäre Hölzer
Georg Schönfeld, 1919. Über einige neue Funde fossiler Hölzer aus der Umgebung Dresdens. Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft ISIS (Warnatz & Lehmann) Dresden 1918: 3-16.

I. Über einige neue Funde fossiler Hölzer
aus der Umgebung Dresdens.

Von G. Schönfeld, Dresden.
Mit 1 Tafel und 6 Abbildungen im Text.

 

1. Laurinium radiatum sp. nov. Taf. I.

Bereits vor einer längeren Reihe von Jahren wurde durch unser Isis-mitglied Herrn Stein in der Nähe der Liebethaler Mühle bei Hinter-Jessen in der Sächsischen Schweiz ein größerer Block verkieselten Holzes aufrunden. Er dürfte dem Brongniarti-Quader entstammen. Die von ihm losgeschlagenen Stücke waren bisher keiner genaueren Untersuchung unterzogen worden. Mehr Beachtung wurde einem anderen schon äußerlich als Utstiick erkennbaren Fossil aus dem Emscher des Sonnenberges bei Waltersdorf in der Lausitz zu teil. Es wurde von Herrn Ändert, Ebersbach, dem liesigen Mineral.-geologischen Museum und von diesem wiederum Gothan, Berlin, zur Untersuchung übersandt. Gothan hat nun zwar die Dikotyedonen-Natur des Holzes erkannt, eine genauere Bestimmung aber war hm bei dem mangelhaften Erhaltungszustande nicht möglich. Erst der Vergleich mit den weiterhin zu erwähnenden Funden von Plauen und Zschertnitz bei Dresden führte zur richtigen Erkennung dieses und ebenso des mit ihm übereinstimmenden vorher angeführten Fossils.

An den beiden letztgenannten Orten wurden die am besten erhaltenen Funde gemacht. Sie entstammen den Plänermergeln des mittleren Turons, der Stufe des Inoceramus Brongniarti. Das erste Stammstück fand der Verfasser in der Ziegeleigrube von Bossecker in Plauen bei Dresden, wo es in ca. 8 m Tiefe aus den Plänermergeln herausgegraben worden ist. Wegen seines bedeutenden Gewichts wurde es vorläufig unter einem Gebüsch geborgen, ist aber da leider abhanden gekommen, sodaß sich nunmehr nur noch einige abgeschlagene Stücke im Besitze des Verfassers befinden. Das Ganze maß ungefähr 50 cm in der Höhe und war ca. 30 cm breit und 20 cm dick. Die Oberfläche zeigte keine Abrollungspuren, war aber teilweise angewittert und mit einer dünnen Schicht Eisenoxyd überzogen.

Bedeutend kleiner ist das Holzstück, das der Verfasser in der Ziegeleigrube der Dresdner Baugenossenschaft zu Zschertnitz bei Dresden gefunden hat. Aus mehreren Bruchstücken bestehend, mißt es als Ganzes 12cm in radialer, 9 cm in tangentialer und 11 cm in vertikaler Richtung. Am gleichen Orte hat später Herr Schuldirektor H. Döring, Dresden, noch mehrere Stücke gesammelt. Eins davon mißt bei gleichfalls 12 cm radialer Ausdehnung 21 cm in tangentialer Richtung. Nach der Konvergenz der Markstrahlen zu urteilen, rührt es von einem Stamme mit ca. 70 cm, jenes von einem solchen mit ungefähr 30 cm Durchmesser her.

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