ehemaliger Ratssteinbruch, Dresden-Dölzschen (Plauen)
Abstract
The Plauenscher Grund is a small valley in Freital and Dresden. It indents the Elbe valley in the southern part of Dresden. The former quarry Ratssteinbruch is one of the last remained quarries of the Plauenscher Grund. With An intersting profile, where the Cretaceous rocks overlay the reddish Monzonite, this outcrop do cleary demonstrate an important part the Saxonian Cretaceous of the Elbe valley.
Lage
Der Ratssteinbruch liegt an der Tharandter Strasse, die von Dresden nach Freital führt. Er wird im Süden durch einen 1993 erichteten Tunnel begrenzt und streicht am nördlichen Ende aus, an dem sich Kleingärten befinden.
Abbildung 1: alte Halde im Nordteil des Ratssteinbruch
Vor der Abbruchwand befindet sich im nördlichen Teil eine überwachsene Halde (Foto links). DIe Halde am Tunnel (Südende) ist weniger stark verwildert und von großen Monzonitblöcken übersäht. Dazwischen finden sich ab und zu fossilführende Konglomeratblöcke. Das Gelände ist jedoch (teilweise) eingezäunt und vor Steinschlag muss eindringlich gewarnt werden!
Stratigraphie
Einen besonders guten Eindruck von der Geologie erhält man vom auf der anderen Talseite liegenden Aussichtspunkt Hoher Stein. Der nördlich einfallende rötliche Monzonit ("Syenit") des Meißner Massivs wird von Konglomeraten und (kalkigem) Pläner der plenus-Zone (Dölzschener Formation) bedeckt.
Abbildung 2: Konglomerate & Pläner auf dem Syenit, Petrascheck, 1899
Abbildung 3: Brandungstasche im südlichen Teil
Die plenus-Zone wird u.a. durch das Leitfossil Praeactinocamax plenus charakterisiert und dem oberen/obersten Cenoman zugeschrieben. Die Grenze zum unteren Turon ist fließend und nicht eindeutig erkennbar. Allerdings ist eine lithologische Veränderung nach Oben hin zu beobachten.
Die Transgression, also das Vordringen des Meeres, im oberen Cenoman drückt sich in den vorhanden Konglomeraten aus. Diese Sedimente entstanden in einem flachen, stark bewegtem Wasser. Der feinkörnige Pläner des unteren Turons zeugt hingegen von einem tieferen und ruhigerem Ablagerungsmilieu. Die Konglomerate finden sich aber nicht an allen Stellen des Bruches. Sie fehlen im Südteil des Bruches teilweise und treten dort als "[...] lokale Ausfüllungen von Vertiefungen der Syenitoberfläche [...]" auf. Dort schließen feste, graublaue Pläner das Profil nach oben hin ab.
Die Abtragung der Kreidesedimente wurde durch das Abkippen (Hebung im Süden) des Untergrundes in Richtung Elbe verhindert. Im gesamten Bereich des ehehemaligen Steinbruches befinden sich die Schichten oberhalb der Abbruchkante und sind nicht ohne weiteres zu erreichen. Lediglich am nördlichen Ende "sinkt" das Profil auf wenige Meter über Strassenniveau ab. Kleingärten und private Grundstücke versperren allerdings hier den Zugang.
Abbildung 4: Monzonit, der vom Pläner überlagert wird
Funde
Der Abbau des rötlichen Monzonites im Ratssteinbruch ermöglichte umfangreiche Aufsammlungen obercenomaner Fossilien im 20. Jahrhundert. Im Fokus der Erforschung lag das, über weite Grenzen hinaus bekanntgewordene, Transgressionsprofil.
Abbildung 5: Blick vom Hohen Stein bei Sonnenaufgang
Im Gegensatz zu den, bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als "alt" zu bezeichnenden Fundstellen (Heidenschanze, Hoher Stein, Forsthaus) konnte in den 1930ern durch J. Schmidt aus dem damals aktiven Steinbruch viel neues Material zur obercenomanen Fauna gewonnen werden.
Fortsetzung folgt
Literatur
Geinitz, Hanns B. 1839.
Charakteristik der Schichten und
Petrefacten des sächsischen Kreidegebirges. Erstes Heft. Der Tunnel bei
Oberau in geognostischer Hinsicht und die dieser Bildung verwandten
Ablagerungen zwischen Oberau, Meißen und dem Plauen'schen Grunde bei
Dresden. : 1-28.
Geinitz, Hanns B. 1840.
Charakteristik der Schichten und
Petrefacten des sächsischen Kreidegebirges. Zweites Heft. A. Das Land
zwischen dem Plauen'schen Grunde bei Dresden und Dohna. B. Fische,
Crustaceen, Mollusken. : 31-62.
Häntzschel, Walter. 1940.
Zur Fauna der Pläner und Konglomerate im Ratssteinbruch Dresden-Dölzschen.
- Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft ISIS Dresden 1938/1939 : 187-192.
Petrascheck, Wilhelm. 1899.
Studien über Faziesbildungen im Gebiet der sächsischen Kreideformation.
- Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft ISIS Dresden 1899 : 31-84.
Tröger, Karl-Armin. 1956.
Über die Kreideablagerungen des
Plauenschen Grundes (sediment- petrographische und biostratonomisch -
paläontologische Untersuchungen). - Jahrbuch des Staatlichen Museums
für Mineralogie und Geologie Dresden Dresden 2 : 22-124.





