Das OAE2 an der Cenoman-Turon-Grenze: Einblicke in die Diversitätsmuster der Ammoniten in Europa, Tunesien und Nordamerika

von Markus (31.10.2009)
bearbeitet am: 31.10.2009
Biodiversität der Ammoniten an der Cenoman-Turon-Grenze Aussterbeereignise sind im Laufe der Erdgeschichte immer wieder aufgetreten. In Sedimenten an der Cenoman-Turon-Grenze lassen sich weltweit sogenannte Schwarzschiefer nachweisen. Sie sind Zeugnisse eines weltweiten ozeanischem anoxischem Ereignis (oceanic anoxic event). In einer Studie des Schweizer Paläontologen Claude Monnet wurde die biologische Vielfalt der Ammoniten Zentraleuropas, Tunesiens und Nordamerikas während dieses Zeitraumes untersucht.

Das Oceanic anoxic event 2 (OAE-2) wird als Hauptursache für das Massenaussterben im oberen Cenoman (~93,5 ma) an der Grenze zum unteren Turon gesehen. Der höchste Meeresspiegel des Mesozoikums und eine der höchsten CO2 Konzentrationen sind an eben dieser Grenze registriert worden. Daher eignet sich dieser (kurze) Zeitraum optimal, um Zusammenhänge zwischen diesen Umweltfaktoren und der biologischen Vielfalt zu ziehen.

Etwa 26% der marinen Tiergattungen verschwanden am Ende des Cenomans. Einzelne Gruppen verloren stark an Vielfalt, darunter die Foraminiferen, kalkiges Nanoplankton, Ostracoden, sowie die Makrolebewesen, also Rudisten und die Ammoniten. Die Ammoniten haben in der oberen Kreide eine besondere Gehäuseform hervorgebracht. Familien mit heteromorphen (aberranten) Ammoniten sind ebenso vertreten, wie die planspiral "gerollten" erfolgreichen Acanthoceratiden (Familie Acanthoceratidae).

In seiner Veröffentlichung korrelierte C. Monnet die biostratigraphischen Ammonitenzonen dreier Gebiete (Tunesien, Europa und des Western Interior Nordamerikas). Mithilfe verschiedener Methoden versuchte Er die Diversitätsmuster der Ammoniten zu analysieren. Monnet untersuchte erst- und letztmaliges Auftreten einzelner Gattungen und Arten. Ein anderer Ansatz basierte auf der Untersuchung der "taxnonomischen Entfernungen und Verschiedenheit" des Materials.

Der Autor betont aber die Beschränkungen der Studie; hat sie doch Datenbanken und Literaturdaten zur Grundlage. Erhaltungszustand, Materialauswahl und dessen Bestimmung sind zu beachtende Faktoren.

Zur Veröffentlichung und Ergebnisse der Studie: http://dx.doi.org/10.1016/j.palaeo.2009.08.014

Monnet, Claude. 2009

The Cenomanian-Turonian boundary mass extinction (Late Cretaceous): New insights from ammonoid biodiversity patterns of Europe, Tunisia and the Western Interior (North America). - Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology (Elsevier) : . PDF
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Kommentar
Re: Das OAE2 an der Cenoman-Turon-Grenze: Einblicke in die Diversitätsmuster der Ammoniten in Europ
Antwort #1 am: Dienstag, den 01.12.2009 um 13:45:39 Uhr
Es sei noch kurz angemerkt, dass in der Arbeit ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass das Cenoman-Turon Aussterben nicht auf ein OAE als alleinige Ursache reduziert werden kann. Die tatsächlichen Zusammenhänge waren wohl wesentlich komplexer als bisher vermtutet. Eine wichtige Kernaussage der Arbeit.

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