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Tauber, 1799. Mineralogische Beschreibung des Plauischen Grundes bis Tharand

tags: tauber, plauenscher grund, kreidehistorie
Geologische Profile des Plauenschen Grundes von 1799
Geologische Profile des Plauenschen Grundes von 1799
Andreas Tauber, 1799. Zweiter Theil - Mineralogische Beschreibung des Plauischen Grundes bis Tharand: 1-44. In: Becker, 1799. Der Plauische Grund bei Dresden mit Hinsicht auf Naturgeschichte und schöne Gartenkunst.

Abstract

Der verhärtete Mergel, oder der sogenannte Pläner.

Die erste unter dieser Decke liegende Steinart ist das verhärtete Mergelflötz, welches aus der Tiefe des Elbthals heraufsteigt und sich über das Gebirge hinauf bis hinter Koschitz und Dölzschen zieht und daselbs verliert. Am Fuße des Gebirgs ist es sehr mächtig: Denn zum Beispiel westwärts bei Brießnitz steht es, gleich am Elbufer, auf 20 Ellen senkrecht in die Höhe, macht hier zugleich auch eine große Strecke unter dem genannten Dorfe in das Bette dieses Flusses aus, wo man ihm zur Zeit, wenn das Wasser klein und helle ist, auf dem Grund sehen kann. [...]

Auszug Seite 5f.

[...]Was aber diesen verhärteten Mergel, ehedem so bekannt, und den Plauischen Grund zugleich so berühmt gemacht hat, sind die großen Mengen Versteinerungen und Abdrücke von Muscheln und Corallengewächsen, gewesen, Welche man vorzüglich in seinen untersten Schichten findet die auf beiden Seiten am Rande des Grundes, auf der einen oben über dem Hegereuter an bis hinten über die Königsmühle, und auf der andern kurz vor dem Schweizerbette oben an bis hinten nach Dölzschen, theils als Überrest auf und zwischen den Sienitklippen liegen geblieben sind, oder noch ganz anstehen.

In dem verhärteten Mergel selbst sind alle diese Meeresproducte nur abgedruckt und die Körper selbst in verhärteten Mergel übergegangen. Zerschlägt man daher ein Stück, in welchem so ein Körper sich befunden hat,  auf eine glückliche Art in zwei Hälften, so hat man auf der einen, eine vollkommene und erhabene Figur von seinem ehemaligen äußern Umrisse, die aber ganz aus Steinmergel besteht, und auf der andern Hälfte einen eben so vollkommenen tiefen Abdruck davon. Beide, der Abdruck und der Körper, passen aber so dicht in einander, daß, wenn der Sprung durch beide in der Quere durch geht, man auch, nicht das geringste von einer Kluft oder Ablöfung gewahr werden kann.

Ist der verhärtete Mergel so sandig, daß er einen Übergang in den Sandstein macht, so enthält er ebenfalls auch vollkommene Muschelabdrücke; allein hier ist der Körper verzehrt und eine Höhlung zurückgeblieben, welche so weit ist als derselbe dick war, und man sieht in derselben von ihr auf der einen Seite den äußern und auf der auf der andern innern Umriß sehr scharf ausgedrückt. Solche Hohlungen habe ich auch im Übergange des verhärteten Thons angetroffen; allein in dem Übergange in dichten Kalkstein sind die Körper in einen graulich-weißen oder gelbenlich-grauen Kalkspath verwandelt, haben einen scharfen Umriß und Perlmutterglanz. Alle diese Versteinerungen und Abdrücke, welche man ehedem mitvieler Mühe aufsuchte, wovon ganze Sammlungen gemacht, und umständliche Beschreibungen und Verzeichnisse hie und da in Wochenblättern und Monatsschriften eíngerückt worden, sind von Glosiopetern, Aubuliten, Belemniten, Trochiliten, Strombiten, Peckiniten, glatten und gestreiften Chamiten, Gryphiten, Neriten, Venus- und Jakobsmuscheln, Echiniten, Medusenhäuptern und Korallengewächsen. [...]

Auszug Seite 7f.

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