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Petrascheck, 1899. Studien über Faciesbildungen im Gebiete der sächsischen Kreideformation

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Petrascheck, 1899: Geologie an einigen klassischen Fundorten in der sächsischen Kreide
Petrascheck, 1899: Geologie an einigen klassischen Fundorten in der sächsischen Kreide
Wilhelm Petrascheck, 1899. Studien über Faciesbildungen im Gebiete der sächsischen Kreideformation. Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Isis, Dresden e.V 1899: 31-84.

[...]

II. Das obere Cenoman und seine Faciesverschiedenheiten.

Im Gebiete der Sächsisch-Böhmischen Schweiz ist das Cenoman wesentlich als Quader ausgebildet und streicht als solcher unter der turonen Labiatus-Stufe z. B. bei Niedergrund, Tyssa und Eiland zu Tage aus. Gleiche petrographische Beschaffenheit zeigen jene grösseren oder kleineren Lappen des Cenoman, welche in der Gegend zwischen Freiberg und Tharandt, sowie zwischen Rabenau und Schlottwitz dem Nordostabhange des Erzgebirges aufgelagert sind. Auch bei Coschütz und Döltzschen sind auf den Böschungen des Syenitrückens des Plauenschen Grundes cenomane Quader aufgeschlossen. Im Gegensatz hierzu gewinnen in der Gegend von Dohna, Plauen und Cotta kalkige Ablagerungen des Cenomans, also Carinaten-Pläner eine allgeıneine Verbreitung. Nach der bisherigen Auffassung galten diese letzteren als Aequivalente, nämlich als Faciesgebilde des gesammten, andererorts entwickelten, cenomanen Quadersandsteins, also des Carinaten-Quaders. Im Folgenden soll gezeigt werden und zwar an den instructiven Aufschlüssen der weiteren Umgebung von Dresden, dass diese Auffassung nur zum Theil zu Recht besteht, dass nämlich der Carinaten-Pläner das Aequivalentgebilde nur eines oberen Complexes des sandig entwickelten Cenomans der oben aufgezählten Quadergebiete ist.

1. Das Verhältniss des Carinaten-Quaders zum Carinaten-Pläner.

Zur Annahme, dass der Carinaten-Quader eine Faciesbildung des Carinaten-Pläners sei, führte vor Allem der Umstand, dass ebenso wie über dem Syenit bei Plauen der Carinaten-Pläner und auf diesem, durch eine Thonschicht getrennt, der Labiatus-Pläner liegt, so auch weiter nördlich auf dem Rücken, der die Goldene Höhe und die Prinzenhöhe trägt, discordant auf das Rothliegende erst der Carinaten-Quader und dann, ebenfalls unter Zwischenschaltung einer Thonschicht, ein Plänersandstein folgt. Diesen letzteren stellte Gümbel*) zum Turon, und Beck**) that das gleiche, indem er sich bei seiner Grenzziehung namentlich auf die trennende Thonschicht stützt. Er setzte dabei die Identität beider Thonschichten, also derjenigen zwischen Carinaten-Quader und Plänersandstein mit derjenigen zwischen Carinaten-Pläner und Labiatus-Pläner voraus, und bezeichnet diese thonigen Zwischenlagerungen sogar „als eine nirgends aussetzende Leitschicht“. Aber schon der Anblick der geologischen Karte lehrt, dass dies nicht ohne Weiteres zulässig ist, da weite Strecken zwischen der Goldenen Höhe und dem Turon von Leubnitz, sowie von Plauen und Cotta, wo dieselbe Schicht von Thon wieder auftreten soll, vom Diluvium verdeckt oder ohne Aufschlüsse sind, so dass [...]

*) Beiträge zur Kenntniss der Kreide- oder Procaenformation im nordwestlichen Böhmen. Abhandlungen der Bayerischen Akademie, Band X, S. 53.
**) Erläuterungen Sect. Kreischa-Hänichen, S. 76.

Auszug S. 37

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