Deichmüller, 1881. Ueber das Vorkommen cenomaner Versteinerungen bei Dohna
Johannes Victor Deichmüller, 1897. Ueber das Vorkommen cenomaner Versteinerungen bei Dohna. - Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft ISIS (Warnatz & Lehmann) Dresden 9 (1880-1881): 97-101.
Ueber das Vorkommen cenomaner Versteinerungen bei Dohna.
Von Dr. J. V. Deichmüller.
Schon seit längerer Zeit sind die Lagerungsverhältnisse der Quader-und Plänerschichten der Gegend um Dohna durch die Arbeiten von Geinitz und von Naumann und Cotta bei Aufnahme der älteren geologischen Karte von Sachsen bekannt, doch galten diese Schichten bisher für ver-hältnissmässig arm an Fossilien, da nur an sehr wenigen Orten zum Sammeln derselben Gelegenheit geboten war. Einige in neuerer Zeit hinzugekommene Aufschlüsse haben jedoch gezeigt, dass sich auch hier dem Sammler ein reiches Feld der Ausbeute darbietet und dass einzelne Fundorte rechtwohl den wegen ihres Reichthums an Petrefacten schon lange bekannten und noch immer ausgiebigen cenomanen Plänern des Plauenschen Grundes bei Dresden und Gamighügels bei Leubnitz ebenbürtig zur Seite gestellt werden können. Die erste Nachricht von dem Vorkommen zahlreicher cenomaner Versteinerungen in dortiger Gegend verdanke ich Herrn Gymnasiast Lange aus Dohna, der mir von dort einige Arten zur Bestimmung brachte, die aus dem unteren Quader Sachsens noch nicht oder nur als Seltenheiten bekannt waren und die mich veranlassten, der dortigen Ge-end eine grössere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Resultate mehrerer zum Theil mit Herrn Geh. Hofrath Geinitz dahin unternommener Ausflüge sollen im Folgenden in aller Kürze niedergelegt werden.
Die tiefsten Schichten unseres Quadergebirges, der cenomane untere Quader, sind in einem schon seit langer Zeit betriebenen Bruche hinter der Brandmühle bei Dohna aufgeschlossen, wo die circa 3 m mächtige Werkbank einen ziemlich festen, feinkörnigen, glimmerhaltigen Sandstein liefert, der zu verschiedenen baulichen Zwecken Verwendung findet. Versteinerungen sind hier ziemlich selten und um so schwieriger zu sammeln, da der Bruchbetrieb sehr eingeschränkt ist, doch fanden sich:
Callianassa antiqua Otto, Ostrea carinata Lam.,
Inoceramas striatus Mant., Catopygus Albensis Gein.,
?Pecten elongatus Lam-, Pygurus Lampas de la Bêche,
— decemcostatus Mün., Spongia Saxonica Gein.,
Spondylus Hystrix Gold., Keckìa annulata Glocker,von denen einige Arten wegen ihrer Seltenheit im sächsischen Quader interessant sind. Ueberlagert wird dieser Quadersandstein von einer 60 cm mächtigen Schicht eines lockeren Quarzconglomerates, dessen bis zu 12 mm grosse Körner durch ein thonig-mergeliges Zwischenmittel gebunden sind und das stellenweise rein thonige Ausscheidungen zeigt. [...]
Auszug S. 97
Quelle: SLUB Dresden urn:nbn:de:bsz:14-ppn32421888z6






